Mit viel Liebe zum Detail selbst gebaut

Endlich Advent – es duftet nach Keksen, alles wird wieder stimmungsvoll dekoriert, Kerzen werden angezündet und die Suche nach dem perfekten Tannenbaum beginnt. Auch eine Krippe darf nicht fehlen. Eine selbstgebaute wäre natürlich am schönsten – nach den eigenen Vorstellungen kreiert und exakt ­passend in den «Herrgottswinkel». Für 72 Personen wird dieser Traum heuer wahr, denn sie haben einen Krippenbaukurs des Vereins der Krippenfreunde Liechtensteins in den Werkstätten Balzers oder ­Schaanwald besucht. Mit Freude und Kreativität sind die persönlichen Weihnachtskrippen entstanden. Jede davon ist ein Unikat.
Magazin. 

Es gibt heimatliche Krippen, orientalische, solche aus Wurzeln und geschnitzte – und auch wenn sie in ihrer Art dieselben sind, ist keine gleich wie die andere. Eine Krippe bauen, kann laut den Krippenfreunden Liechtensteins jeder. Man braucht dafür weder Vorkenntnisse, noch grosse handwerkliche Erfahrungen. Das einzige, was man wissen muss, sind Stil und Dimension, die man der Krippe geben möchte. Bestenfalls bringt man dafür bereits seine Krippenfiguren mit, denn anhand dieser werden die Proportionen entsprechend angepasst. Die Kurse des Vereins im Frühjahr wie auch die Herbstkurse, die jedes Jahr im September starten, erfreuen sich immer grosser Beliebtheit. Das Material und die Werkzeuge, die dafür benötigt werden, stehen in den Werkstätten in Balzers und Schaanwald zur Verfügung. Den Kursteilnehmenden stehen zudem geschulte und erfahrene Krippenbauer zur Seite, die erklären – und Schritt für Schritt zeigen, was zu machen ist. 

Krippenfreunde

Orientalische Krippen sind wie heimatliche Krippen sehr aufwändig zu bauen.

Auffallende Besonderheiten
Der Grossteil der Krippen, die gebaut werden, ist heimatlicher oder orientalischer Art. «Eigentlich dachte ich, ich mache eine heimatliche, doch dann war ich hier, habe Bilder angeschaut und es mir anders überlegt», erzählt Carmen. Am mühsamsten sei bisher der Verputz gewesen, dennoch mache ihr das Arbeiten und Werken wahnsinnig Spass und sie finde es super, dass so viele helfende Hände während des Kurses zur Seite stehen würden. Eine davon ist Roswitha, die schmunzelnd erzählt, dass diejenigen, die eine Krippe bauen, oftmals wiederkommen würden. «Wiederholungstäter», nennt sie diese. Damit meint sie eine 62-jährige Teilnehmerin, die gerade an ihrer vierten Krippe beschäftigt ist. Die ersten beiden hat sie jeweils zu einer Hochzeit verschenkt, eine andere zur Geburt und bei dieser weiss sie noch nicht, ob sie die neue gegen die alte zu Hause austauscht oder an jemanden verschenkt, der nicht so viel Geld hat, um eine zu kaufen oder die Geduld, selbst eine zu bauen. Valentina weiss das schon ganz genau: «Meine orientalische Krippe ist für Oma», verrät die Jugendliche. Und Luis, der an seiner zweiten heimatlichen Krippe arbeitet, erklärt, dass er seine alte eventuell verschenke und dafür diese behalte. 

Auffallend ist zwischen all den heimatlichen und orientalischen Krippen Lenas Wurzelkrippe. «Ich wollte nicht dasselbe, wie alle anderen und etwas ganz anderes», begründet sie ihre Entscheidung. Etwas ganz Besonderes ist auch Norberts heimatliche Krippe, die er so baut, das sie in ein kleines Schnapsfässchen passt. Dieses hat er von einem Weinbauer geschenkt bekommen, der meinte, er habe dafür vielleicht eine besondere Verwendung – und die hatte er: Die Idee, eine Krippe so zu bauen, dass sie darin Platz finde, sei ihm spontan gekommen, erzählt er schmunzelnd, aber sichtlich stolz. 

20191028 Krippenbau Dokumentation in Balzers

Heimatliche Krippen sind bei vielen sehr beliebt.

Jede Krippe ein Unikat
In vielen Arbeitsstunden haben die Kursteilnehmer ihre Werkstücke massstabsgetreu aus Fichtenholz, Krippenmörtel und anderen Materialien angefertigt. Jede Krippe ist ein Unikat, die mit viel Liebe zum Detail aus etlichen Einzelteilen besteht. Die Dächer sind mit Schindeln gedeckt, mit Steinen, Flechten und Moos bedeckt, Landschaften mit Felsen und Bächen wurden modelliert und sogar kleinste Werkzeuge in Handarbeit hergestellt. So sind nicht nur Hackstöcke, in denen eine Axt steckt, sondern auch Holzscheite, Gartenzäune, Futterkrippen und Laub- sowie Tannenbäume entstanden. Wer genau hinschaut erkennt, dass manche kleinen Fenster und Türen mit Scharnieren und Griffen gar so aussehen, als würden sie sich öffnen lassen oder man meint, das Wasser in Bächen, Flüssen oder Brunnen sei echt und der winzige Kamin rauche wirklich. Das Highlight jeden Kurses folgt dann am Ende, denn dann kommt Licht in die Hütten, Ställe und Gebäude. Es ist ein spezieller Moment für jeden Kursteilnehmer und Krippenbauer. 

Unendlich viele Stunden Arbeit stecken in jeder Weihnachtskrippe – vor allem aber jede Menge Herzblut. Es ist erstaunlich und beeindruckend zugleich, wie unterschiedlich jede einzelne Krippe aussieht, obwohl sie in ihrer Art oft dieselben sind. Jeder darf stolz auf seine eigene individuelle Krippe sein – sie ist etwas ganz Besonderes und eine, die nun speziell zur Weihnachtszeit ganz viel Freude macht.  (bc)

26. Nov 2019 / 06:03
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