• Martina Näscher in Buchs
    Bei Martina Näscher in Buchs geht es wollig zu und her.  (Daniel Schwendener)

Hauptsache kuschelig!

Von wegen bieder: Häkeln und Stricken ist längst mehr als ein Trend – und macht erst noch glücklich.
Buchs. 

Draussen rieselt der Schnee, drinnen fläzt man auf der Couch, zugedeckt mit einer kuscheligen Wolldecke, neben sich dampft heisser Tee aus einer Tasse – so stellt man sich die perfekten Weihnachtstage vor. Noch besser wird es, wenn die Wolldecke selbst gestrickt ist. Denn: «Etwas mit eigenen Händen zu erschaffen, setzt Glückshormone frei.» Dies weiss Martina Näscher, Inhaberin des Stricklokals «Wollig» in Buchs aus eigener Erfahrung. Die 33-Jährige ist ganz vom Strickvirus befallen und betreibt ihr Geschäft mit 200-prozentiger Leidenschaft. Doch das war nicht immer so. Zu Nadeln und Wolle kam Martina Näscher nämlich erst durch ihre Schwangerschaft im Jahr 2011. Dies, obwohl ihre Mutter, Ingrid Näscher, schon vier Jahre zuvor das Geschäft «Wollig» gegründet hatte. Trotzdem: «Erst als ich schwanger war, wuchs das Bedürfnis, etwas mit meinen eigenen Händen für mein Baby zu erschaffen, also versuchte ich es mit Häkeln.» Auf die erste selbst gemachte Häkeldecke folgten erst der Stolz, später dann die ersten Strick­versuche. Martina Näscher lacht herzlich, gibt es doch mittlerweile kaum ein Strickmuster, das ihr zu anspruchsvoll ist. 

«Ich liebe alles hier von A bis Z», sagt sie, am Tisch sitzend in ihrem Geschäft, das sie 2014 von ihrer Mutter übernahm. Kreativ sei sie schon immer gewesen, sagt sie, die früher im Gastgewerbe tätig war. Heute schätze sie es, ihre Kreativität mit Unternehmertum zu verknüpfen und ihre eigene Chefin zu sein. «Mama überlasst mir die komplette Verantwortung, das ist zuweilen beängstigend, gleichzeitig aber auch sehr schön.» Sie komme jeden Morgen gerne zur Arbeit und liebe es, wenn die Kundinnen und Kunden glücklich aus ihrem Geschäft hinauslaufen. Wer in ihre strahlenden Augen sieht, glaubt es ihr sofort.

Apropos Kundschaft: Längst ist die Vorstellung von der biederen, stri­ckenden Oma überholt. Stricken ist cool, ein Hobby, das nicht nur dem aktuellen Zeitgeist des Selbermachens, der Wiederbelebung des alten Handwerks und der Entschleunigung entspricht, sondern auch beruhigt und glücklich macht. Martina Näscher: «Zu meiner Kundschaft gehören sehr viele junge Frauen, darunter besonders viele werdende Mütter.» Die jüngsten Kunden seien fünf Jahre alt, die älteste Kundin 103. Übrigens: Auch Männer haben das Stricken längst entdeckt. Luis, Martinas siebenjähriger Sohn, hat soeben sein erstes Stirnband gehäkelt. (dob)

01. Dez 2018 / 14:37
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