• «Für ein Land, in dem die Menschen gerne wohnen, ist es schlichtweg unverzichtbar eine gute Internetverbindung zu haben».  (pd)

«Wir müssen beim Thema Digitalisierung dranbleiben»

Auch dank des technologischen Fortschritts sieht Daniel Risch in seiner Rolle als Verkehrsminister auf der Strasse noch viel brachliegendes Potenzial. Priorität haben für den Regierungschef-­Stellvertreter ausserdem zwei Projekte: die staatlichen Unter­nehmen fit für die Zukunft zu machen und die Grundlage für die Unternehmen zu schaffen, bei der Digitalisierung ganz vorne mitmischen zu können.
Vaduz. 

Herr Risch, dieses Jahr begehen Sie den Staatsfeiertag erstmals als Vize-Regie­rungschef. Was glauben Sie, wie werden die Menschen Ihnen begegnen? 
Daniel Risch: Ich glaube nicht, dass die Menschen völlig anders auf mich ­reagieren werden, nur weil ich ein offizielles Amt habe. Man muss ­natürlich bleiben und sollte die Position selbst nicht überbewerten. Ich freue mich ­jedenfalls auf den Staatsakt und das Fest im Vaduzer Städtle, das ich wie ­immer mit meiner Familie besuchen werde.

Erwarten Sie vorwiegend positive ­Gespräche? Die letzten vier Jahre waren ja geprägt von einem nicht sehr beliebten Sparkurs. 
Das Schöne an unserem Land ist ja, dass man sich während des Jahres an vielen Veranstaltungen trifft, sei es an Konzerten, am Jahrmarkt, am Verbandsmusikfest oder im privaten Kreis. Die Bevölkerung hat dadurch ­immer wieder die Möglichkeit, direkt mit ­einem Regierungsrat oder Landtagsabgeordneten zu sprechen. Wenn es etwas gibt, das einen bewegt, gibt es viele Möglichkeiten, auch einmal Dampf abzulassen oder zu ­einem Thema nachzufragen. Ich denke, dass der Staatsfeiertag auch wegen seines feierlichen Charakters generell nicht unbedingt dazu genutzt  wird, «schwierige» Gespräche zu führen. Das ­Verbindende soll am 15. August im ­­­­Zentrum stehen. 

Diese Legislatur soll im Zeichen des ­Gestaltens stehen. Heisst das, es erwartet Sie eine angenehme Legislatur?
Es hat in den vergangenen vier Jahren ­sicher einige Entscheidungen gegeben, die man als Regierungsvertreter nicht gerne trifft. Ich gehe davon aus, dass auch in dieser Legislatur nicht alles schön, ruhig und angenehm verlaufen wird. Das ist aber auch nicht die Erwartung, die man als Regierung haben kann. Wir haben bisher zwar noch keine Krise meistern müssen, doch ich weiss, dass auch auf diese Regierung Herausforderungen warten. Wie in der Vergangenheit ­werden wir Probleme lösen und neue ­Projekte vorantreiben.

Wo sehen Sie besonderen ­Handlungs­bedarf? 
Was mein Ministerium angeht, ist der Verkehr ein wichtiges Thema. Natürlich wird es nicht möglich sein, das Verkehrsproblem in vier Jahren abschliessend zu lösen. Aber es ist schon mein Anspruch, dass wir da Schritt für Schritt vorwärtskommen. Das zweite grosse Thema sind die Staatsbetriebe, von denen einige in der Vergangenheit immer wieder mal für Schlagzeilen gesorgt haben. Im Herbst werden wir im Landtag beispielsweise über die Zukunft von Radio L diskutieren. Wir müssen uns bei den Staats­betrieben grundsätzlich fragen, was wir von staatlicher Seite anbieten sollen und was in den Händen der Privatwirtschaft besser aufgehoben ist. 

Täuscht der Eindruck oder dürften staatliche Investitionsprojekte nach vier Jahren des Sparens bei der Bevölkerung einen schweren Stand haben? 
Dass man nicht einfach Luxusprojekte planen und umsetzen kann, liegt auf der Hand. Aber wir müssen, wo sinnvoll und notwendig, Investitionen tätigen. Wenn der Nutzen erkennbar ist, dann ist es auch möglich, für zukunftsgerichtete Projekte Mehrheiten zu finden. Dabei ist eine gute und proaktive Kommunikation sehr zentral, wie uns die jüngsten Diskussionen um den Jubiläumsweg und die ­Jubiläumsbrücke zeigen. Und als Vertreter der Regierung darf man ­natürlich die öffentliche Diskussion nicht scheuen, auch wenn sie nicht immer zu eigenen Gunsten läuft. 

Sie setzen sich etwa stark dafür ein, kräftig in die Telekommunikations-Infra­struktur zu investieren. Können Sie erklären, weshalb es aus Ihrer Sicht wichtig ist, das Glasfasernetz in Liechtenstein flächen­deckend auszubauen?
Eine gute Internetverbindung ist für ­einen attraktiven Wirtschaftsstandort und ein Land, in dem Menschen gerne leben wollen, heute schlicht unverzichtbar. Durch die zunehmende Digitalisierung werden immer grössere Bandbreiten ­benötigt – nicht nur in Betrieben, sondern auch in den privaten Haushalten. 
In der Mobilfunktechnologie wird sich in Zukunft ebenfalls noch einiges bewegen. Auch hierfür dient das Glasfasernetz als Grundlageninfrastruktur. 

Sind die Möglichkeiten der Digitalisierung auch ein Grund dafür, dass Sie sich so ­positiv gegenüber der Strasse als Verkehrsträger geäussert haben? Stichwort autonomes Fahren. 
Ich denke grundsätzlich, dass wir die Strasse nicht schlechtreden sollten. Die Strassen sind ja bereits da und sie haben noch Potenzial. Wenn ich beobachte, wie viele Menschen am Morgen alleine im Auto sitzen und dabei vier leere Sitze ­herumchauffieren, denke ich, können wir aus dem bestehenden Strassennetz durchaus noch einiges herausholen. Aber natürlich spielt auch die Technologie eine Rolle. Elektrovelos beispielsweise haben in den vergangenen Jahren eine enorme Entwicklung gemacht. Heute ist es für viele durchaus eine valable Option, mit dem E-Bike zur Arbeit zu fahren – und dies ­geschieht auf der Strasse oder auf dem ­Veloweg. Auch bei der Verkehrssteuerung gibt es spannende Entwicklungen wie etwa Apps, die in Echtzeit analysieren, wo wie viel Verkehr herrscht und auf welchem Weg man am besten vorankommt. In ­Zukunft werden solche intelligente und vernetzte Lösungen noch zunehmen. Und nicht zuletzt fährt auch der öffentliche Verkehr zu einem grossen Teil auf der Strasse. (sl)

Lesen Sie das vollständige Interview im aktuellen Staatsfeiertagsmagazin.

11. Aug 2017 / 14:59
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