• Marcel Büchel – der Filigrane, der beim FC Empoli spielt.  (pd)

«Im Empoli hilf jeder jedem»

Liechtensteins Nationalspieler Marcel Büchel ist ein filigraner Mittelfeldspieler und hat sich beim FC Empoli in der Serie A bereits einen Namen gemacht.
Vaduz. 

Seit Anfang Juli steckt er mit dem Team in der Saisonvorbereitung. Freundschaften gibt es bei einem Serie-A-Verein nur vereinzelt. «Grundsätzlich geht jeder seinen eigenen Weg, das ist normal im Business. Hier in Empoli ist es eher eine Familie, denn jeder hilft jedem. Es ist ganz speziell und in einem Grossclub undenkbar. In einem Topclub schaut jeder, dass er zum Spielen kommt. Hier haben alle Spass, auch wenn sie nicht spielen», erzählt Büchel aus dem Nähkästchen. Trotzdem meint er trocken: «Der Konkurrent kann nicht mein bester Freund sein.»

Im Empoli wohnt er in einer Mietwohnung. «Nur die ersten zwei Jahre in Italien war ich in einem Internat untergebracht. Die letzten sieben Jahre genoss ich mein eigenes Revier», lächelt Büchel.

«Im Mittelfeld etablieren»
Nach Rang zehn in der abgelaufenen Saison werden in Empoli keine grossen Töne gespuckt. «Es ist wiederum der Klassenerhalt, den wir anstreben. Wir werden schauen, dass wir so in der abgelaufenen Saison gut wie möglich abschneiden werden. Es wäre toll, wenn wir uns im Mittelfeld etablieren könnten, denn wir verfügen über ein gutes Team mit super Spielern», lautet die Einschätzung des 25-jährigen Büchel. Drei gute Spieler haben den Verein verlassen: Lorenzo Tonelli ging zum SSC Neapel, Leandro Paredes sowie Mário Rui kehren zur AS Roma zurück und Piotr Zielinski steht vor dem Wechsel zum FC Liverpool. Büchel hat unter Empoli-Trainer Giovanni Martusciello den Sprung zum Stammspieler geschafft. «Es erfüllt mich mit Stolz, Stammspieler in der Serie A zu sein. Dennoch will ich mich verbessern, will vier, fünf Tore in der neuen Saison erzielen. Ich besitze noch Potenzial. Gott sei Dank blieb ich verletzungsfrei. Wenn es rund läuft, kann ich eine super Saison spielen», klingt Büchel optimistisch. In der abgelaufenen Saison erzielte er zwei Tore.

Büchel lebt fernab seiner Heimat und seiner Familie. «Es ist alles auf den Fussball fokussiert, er steht im Vordergrund. Somit bin ich vom Kopf her frei. Wenn ich zwei, drei Tage frei bekomme, treffe ich mich mit Kollegen, gehe gern gut essen und nutze jene Gelegenheiten, um abzuschalten. Auch einen Besuch am Strand geniesse ich ab und zu.»

Gegen den Skisport entschieden
Aufgewachsen ist Büchel in Nofels. Als junger Bursche unternahm er die ersten Gehversuche mit dem Ball bei RW Rankweil. Doch auch im alpinen Skirennsport zeigte er sein Talent. «Es gab mehr Möglichkeiten im Fussball. Wenn man im Skisport überleben will, muss man zu den zehn Besten der Welt gehören. Im Skisport wird der Körper zudem kaputt gemacht. Deshalb hat mich der Fussball mehr interessiert; der Aufwand ist etwas geringer», begründet Büchel seinen Entscheid für den Fussball und gegen den Skisport. «Auf jeden Fall ging mit dem ersten Profivertrag in Italien mein Jugendtraum in Erfüllung.» Und vor knapp einem Jahr entschied er sich, für Liechtensteins Nationalmannschaft zu spielen. Aufgrund seines Vaters, der Vorfahren in Mauren hat, nahm er die FL-Staatsbürgerschaft an. «Es war stets interessant, den Fussball in Liechtenstein mitzuverfolgen, wie sie gegen Topnationen gespielt haben. Deshalb fiel mir die Entscheidung nicht schwer. In Liechtenstein wird gut gearbeitet, die junge Mannschaft ist toll, der Trainer ist erste Klasse. Dieser Schritt ist eine super Erfahrung in meiner Karriere», schwärmt Marcel Büchel förmlich. Am 12. November trifft Büchel mit der FL-Nati auf Italien. «Das wird noch auf mich zukommen», erzählt Büchel, dass ihn die italienischen Medien bislang mit jener Thematik verschont haben. (eh)

09. Aug 2016 / 10:55
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