• Empfang World Skills, Eschen
    Die sechs Teilnehmenden kehren mit ihren Betreuern nach Liechtenstein zurück.  (Tatjana Schnalzger)

«Ein einzigartiges Sprungbrett für die eigene Berufskarriere»

Die diesjährigen Worldskills gehören bereits wieder der Vergangenheit an. Vom 23. bis 26. August kämpften die sechs Liechtensteiner Kandidatinnen Desirée ­Ackermann und Lena Schädler sowie die Kandidaten Nicola ­Batliner, ­Luzian Clavadetscher, Luca Hogge und Dominik Manser in ihren ­Berufen um den Sieg.

Am Ende reichte es nicht für eine ­Medaille. Trotzdem kann sich das ­Resultat sehen lassen: Die ­Liechtensteiner ­kehrten mit dem 21. Rang in der Nationen­wertung und drei Leistungs­diplomen in die ­Heimat zurück. Der «Beste der Nation» war ­Nicola Batliner. ­Lediglich drei ­winzige Punkte ­haben ihm zu Bronze gefehlt. Er ­belegte mit 721 Punkten Rang sechs.

Als nächstes hat Liechtenstein die Möglichkeit, sich im kommenden Jahr an den Euroskills im österreichischen Graz zu präsentieren. Erst seit Juni dieses Jahres ist Worldskills Liechtenstein Mitglied von Worldskills Europe. Stefan Sohler, Offizieller Delegierte von Worldskills Liechtenstein, sieht darin viele Chancen. 

Mit Euroskills einen breiteren Zugang schaffen
«Das Alterslimit ist bei den Euroskills mit 25 Jahren höher als bei den Worldskills mit 22 Jahren», sagt Stefan Sohler, was einer der wesentlichen Unterschiede der beiden Wettbewerbe ist. Euroskills ist in vielerlei Hinsicht ein Türöffner, denn es ermöglicht Lernenden, die beispielsweise eine Zusatzlehre absolvieren oder sich erst später für eine Lehre entscheiden, am Wettkampf teilzunehmen und sich mit den anderen «Berufs-Profis» aus Europa zu messen. Zudem legen die europäischen Staaten einen grossen Wert auf die duale Berufsbildung. So kommt es, dass Berufe an den Euroskills vertreten sind, die an den World­skills wiederum nicht geführt werden. Zu diesen zählen unter anderem der Spengler, Bodenleger, die Landmaschinentechnik oder Glasbautechnik. Ebenso können Teilnehmende im Einzelhandel, als Fleischer, in der Transportlogistik, als Chemielabortechniker oder im Entrepreneurship antreten. Die europäischen Meisterschaften können gleichzeitig auch als zusätzliches Training für die internationalen Berufsweltmeisterschaften genutzt werden. Stefan Sohler erklärt: «Man kann an beiden Wettbewerben teilnehmen. Beispielsweise können die Euroskills als Qualifikation für die bevorstehenden Weltmeisterschaften dienen oder die Teilnehmenden der World­skills können ihre Leistung auf europäischer Ebene nochmals unter Beweis stellen.» Für Graz stehen bislang noch keine Kandidaten fest. Interessierte können sich direkt an den Technischen Delegierten Reto Blumenthal oder an Stefan Sohler wenden. Nebst der Altersbegrenzung setzt Worldskills Liechtenstein voraus, dass die Bewerber eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft mitbringen und sie eine vollumfängliche Unterstützung durch den Arbeitgeber erhalten – denn die Vorbereitungsphase nimmt sehr viel Zeit in Anspruch und verlangt von den Kandidatinnen und Kandidaten einiges ab. Die Teilnahme macht also dann Sinn, wenn eine fachliche Weiterbildung angestrebt wird. «Die Vorbereitungszeit ist eine grossartige berufliche Weiterbildung, die ganz neue Horizonte aufzeigt und die Teilnehmenden eigene Grenzen überwinden lässt», ist der offizielle Delegierte überzeugt. 

Chance auf eine berufsspezifische Weiterbildung
Gründe, weshalb es sich lohnt, an den internationalen oder europäischen Berufsmeisterschaften anzutreten, gibt es laut Stefan Sohler sowohl für die Lehrbetriebe wie auch für die Lernenden gleich mehrere. Beispielsweise will ein Arbeitgeber seine topmotivierten jungen Berufsleute fördern und sie bei der Teilnahme unterstützen. «Bei diesem Ansatz profiliert sich der Ausbildungsbetrieb als engagierter Arbeitgeber.» Für die Teilnehmenden bieten Euroskills wie auch Worldskills die Chance auf eine einzigartige, berufsspezifische Weiterbildung. Das kann Stefan Sohler aus eigener Erfahrung bestätigen. Er nahm 1989 in London an den internationalen Berufsweltmeisterschaften als Kandidat teil. Im Beruf Feinmechaniker holte er die Bronzemedaille für Liechtenstein. Ihm habe diese Teilnahme einen reichen und internationalen Erfahrungsschatz mitgegeben. «Die wichtigste Lernerfahrung damals war, die Konkurrenz richtig einzuschätzen, an den eigenen Stärken festzuhalten und Selbstvertrauen auszustrahlen.» So entscheiden aus seiner Sicht die mentalen Fähigkeiten über Sieg oder Niederlage. «Der oft locker zitierte Spruch ‹Gewonnen wird im Kopf› ist in jedem Fall die Basis für jeden Erfolg», erklärt er weiter. Die Teilnahme an den Euroskills und den Worldskills ist für die Berufskarriere in vielerlei Hinsicht ein einzigartiges Sprungbrett. Die ehemaligen Kandidatinnen und Kandidaten können die Erfahrungen, das erlernte Wissen und ihre geschärften Fähigkeiten im Berufsalltag gezielt einsetzten und wissen, wie auch in Stresssituationen lösungsorientiert gehandelt werden kann.
Nicht zuletzt bietet die künftig jährliche Teilnahme an Wettbewerben den Partnern einen Mehrwert: Medial ist Worldskills Liechtenstein in Zukunft jedes Jahr präsent. Davon profitieren alle, die die Berufsbildung fördern und einen Beitrag zur attraktiven Gestaltung der Berufsbildung leisten. «Dieser Aspekt ist auch im Hinblick auf die Etablierung eines Sponsoring-Konzepts für Worldskills Liechtenstein vorteilhaft», so Sohler. (jka)

10. Sep 2019 / 06:36
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
17. März 2015 / 06:00
14. August 2015 / 06:00
10. September 2019 / 05:59
Aktuell
03. September 2019 / 04:00
03. September 2019 / 04:00
03. September 2019 / 04:00
03. September 2019 / 04:00
02. September 2019 / 18:57
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
hierbeimir_Logo_basic
Zu gewinnen ein Gutschein im Wert von 20 Franken von hierbeimir
04.09.2019
Facebook
Top