• Kinder und Tiere
    Ob ein Kind die Verantwortung für ein Tier übernehmen kann, muss im Vorfeld gut überlegt sein.  (Daniel Schwendener)

Tierisch viel Verantwortung

Viele Eltern kennen das Problem: Das Kind möchte unbedingt ein Tier haben. Doch die Arbeit bleibt schlussendlich wieder an den Erwachsenen hängen oder das Tier ist überhaupt nicht geeignet für die Familie und muss im schlimmsten Fall sogar ins Tierheim gebracht werden. Um dies zu vermeiden, gibt es einige grundlegende Dinge, die man vor der Entscheidung, ein Tier in die Familie aufzunehmen, beachten sollte.
Vaduz. 

Tiere können für Kinder und für die gesamte Familie eine tolle Erfahrung sein. « Mit Tieren aufzuwachsen, ist in jedem Fall eine Bereicherung», sagt Sonja Öhri, Vorstandsmitglied des Tierschutzvereins Liechtenstein. Ist ein Tier richtig integriert, können diese zu Freunden und Seelsorgern werden und Kinder lernen früh Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen. Jedoch müssen sich Kinder bewusst sein, dass ein Haustier immer auch Arbeit bedeutet und dass man dafür konsequent Zeit aufbringen muss.

Unterschiedliche Faktoren abwägen
Die Auswahl des Haustiers kommt auf das Alter, aber vor allem auch auf den Charakter des Kindes an. So eignen sich beispielsweise Fische weniger als Haustier, wenn das Kind aktiv ist und dies auch vom Haustier erwartet. Ein stiller Beobachter hingegen wird an Fischen viel Freude haben. Vor der Anschaffung sollte also auf jeden Fall mit dem Kind gesprochen werden, was es sich im Bezug auf Haustiere wünscht. Ausserdem sollte man sich auch dem unterschiedlichen Kostenaufwand je nach Tier bewusst sein. Eine Katze zum Beispiel lebt mit ca. 20 Jahren viermal länger als ein Hase und ist somit auch kostenaufwendiger. «Das A und O ist, sich über die verschiedenen Tiere, die in Betracht gezogen werden, zu informieren», so Sonja Öhri. Grundlegende Fragen wie Ferienversorgung und Ähnliches sollten ebenfalls vor der Anschaffung eines Haustieres geklärt sein. Auch sollte man wissen, dass zum Beispiel Kleintiere wie Hasen, Meerschweinchen und Vögel nicht mehr alleine gehalten werden dürfen, da sie Gruppen- und Schwarmtiere sind und mindestens einen Artgenossen brauchen.

Ein Tier ist kein Gefallen
Nur den Kindern zuliebe ein Tier in die Familie aufzunehmen, ist keine gute Idee, denn die gesamte Familie muss schliesslich für das neue Familienmitglied sorgen. Eltern können von ihren Kindern nicht erwarten, dass diese sich schon ganz selbstständig um ein Tier kümmern können und müssen sich deshalb bewusst sein, dass auch sie viel Zeit investieren müssen, wenn sie bereit sind, ein Tier in die Familie aufzunehmen. Besonders kleine Kinder sollten bei der Pflege eines Haustiers noch begleitet werden, da sie erst lernen müssen, die Sprache der Tiere zu verstehen. Indem sie als Vorbildfunktion dienen, können Eltern sehr viel dazu beitragen, dass ihr Kind konsequent lernt, Verantwortung zu übernehmen. Auch ein «Vertrag» kann vor der Anschaffung des Tiers ausgehandelt werden, in dem Eltern und Kind gemeinsam die jeweiligen Aufgaben festlegen.

Tiere sind kein Geschenk
Oft werden Tiere zu Weihnachten oder zum Geburtstag verschenkt. Dies sollte möglichst vermieden werden, denn ein Tier ist kein Geschenk für ein Kind, das es nach einigen Tagen in die Ecke legen kann wie ein anderes Spielzeug. Ein Haustier zu bekommen bedeutet Verantwortung und Arbeit. Als Alternative könnte man Sachkundebücher verschiedener Tierarten verschenken, sodass sich das Kind zuerst über die Tiere informieren kann.

Ungeeignete Tierarten
Allgemein ist von einigen Tieren und Tierarten in Verbindung mit Kindern abzuraten. So eignen sich Terrarientiere wie Echsen oder Schlangen kaum, da sie sehr empfindlich sind und nicht aus dem Terrarium herausgenommen werden sollten. Ausnahme besteht, wenn die Eltern extreme Terrarienfans sind und solche Tiere schon vor dem Kind hatten. Auch Schildkröten sind eher weniger geeignet, weil sie einen sehr langen Winterschlaf halten und bis zu 80 Jahre alt werden können. Chinchillas sehen zwar niedlich aus, sind aber sehr scheu und überhaupt nicht zum Kuscheln geeignet. Unter www.neutierig.ch kann man sich über die Bedürfnisse der Tierarten informieren, welche Tiere geeignet oder eben nicht für Kinder geeignet sind und weshalb dies so ist. Vor der Anschaffung eines Haustiers ist es grundsätzlich von Vorteil, wenn man bei Bekannten, Freunden oder Nachbarn mit Tieren einige Erfahrung mit der Tierart sammelt. In Zoos oder im Tierheim kann man sich ebenfalls über Tiere informieren. So merkt man schnell, ob sich das Tier wirklich für das Kind eignet.

Tiere aus dem Tierheim
Wenn man ein Tier aus dem Tierheim übernehmen möchte, gibt es einige Dinge zu beachten. Zuerst sollte man anrufen und sich erkundigen oder sich die Tiere im Internet ansehen. Anschliessend kann man mit dem Pfleger des Tiers, welches man evtl. aufnehmen möchte, sprechen. Der Pfleger weiss am besten, zu wem das Tier passen könnte und kennt seine Eigenarten genau. Bei einem Hund kann man auch einige Male in Begleitung mit den Eltern spazieren gehen und sich dem Tier langsam annähern.
Wenn schliesslich alles passt, bringt ein Pfleger des Tierheims den ausgewählten Vierbeiner zum neuen Besitzer nach Hause und überprüft, ob die Umgebung auch passt. Ein Tier aus dem Tierheim zu adoptieren, ist eine tolle Erfahrung für Kinder, da sie lernen, dass Tiere kein Gebrauchsgegenstand, sondern ein Lebewesen wie sie selbst sind. Ein Haustier zu übernehmen, sollte man jedoch nicht unterschätzen. Oft brauchen diese neuen Mitbewohner, egal ob sie vom Tierheim, Züchter oder Zoofachgeschäft kommen, Geduld und Verständnis des neuen Besitzers. (reb)

 

11. Sep 2014 / 08:23
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