• Andreas Bourani wird anfangs Juli am Life Festival Headliner sein.  (pd)

«Die schönsten Momente im Leben stehen immer mit Musik in Verbindung»

Andreas Bourani gehört zu den bekanntesten deutschen Musikern unserer Zeit. Nach zwei starken Musikalben, der Weltmeisterhymne «Auf uns» und weiteren bekannten Songs wie «Astronaut» kommt der sympathische ­Musiker am 5. Juli als Headliner ans Life Festival nach Schaan. Im Interview mit «Lifestyle» verrät er, dass er ­bereits wieder im Aufnahmestudio ist und sein neues und drittes Studioalbum aufnimmt. Bourani war schon als Kind sehr musikalisch und für ihn ist Musik die höchste immaterielle Kunstform, die es überhaupt gibt.
Vaduz. 

Andreas Bourani, am 5. Juli sind Sie Headliner am diesjährigen Life Festival in Schaan. Auf was dürfen sich Ihre Fans in Schaan freuen?
Andreas Bourani: Ich bringe auf jeden Fall die Hits meiner beiden Alben «Staub und Fantasie» und «Hey» mit. Wir haben auch geplant, den einen oder anderen neuen Song anzuspielen, denn wir sind gerade wieder im Studio und machen ein neues Album. Wenn wir es bis dahin schaffen, werden wir die neuen Lieder schon präsentieren. Das schönste bei so einem Konzerterlebnis sind immer die Leute, die sich dort selbst begegnen, inspiriert und beseelt sind, und anschliessend glücklich sind. Das verstehe ich auch als meine Mission, dass die Leute einen tollen Abend haben und fröhlich wieder nach Hause gehen. 

Was bedeutet Musik für Sie persönlich?
Musik ist meiner Meinung nach die höchste immaterielle Kunstform, die es gibt. Denn ein Musikstück existiert in Wirklichkeit gar nicht. Es ist nicht etwas, das man anfassen kann. Wenn ich etwas aus einem Stück Holz schnitze, dann habe ich eine geschnitzte Figur in den Händen. Musik ist aber «nur» eine Idee, die existiert. Die Lieder, die jemand kennt, existieren nur so in den Köpfen. Das finde ich wahnsinnig spannend und es ist für mich eine Erfüllung, mich mit Musik auszudrücken. Musik ist ja allgegenwärtig. Ich lebe in Berlin und da kann man früh morgens ganz schön die Vögel zwitschern hören und alleine das schon ist eine Komposition, die sich nie mehr wiederholt. Eine Komposition, die uns die Natur schenkt. Musik ist allgegenwärtig, besser kann ich das gar nicht beschreiben.

Aus welchem Grund drücken Sie sich gerne mit Musik aus? 
Ich drücke mich gerne mit Musik aus, weil es die einzige Form ist, die Leute tief zu berühren und auch zu erreichen vermag. Die Musik prägt die eigenen Lebzeiten (Lebensabschnitte) und bringt einen in verschiedene Stimmungen. Sie kann einen inspirieren, auffangen, Kraft geben, besänftigen, sie kann einfach glücklich machen, und manchmal will man zu Musik nur tanzen. Ich glaube, die schönsten Momente, die man im Leben erlebt, stehen immer mit Musik in ­Verbindung. 

Und wie sind Sie zur Musik gekommen?
Im Grunde ist die Musik zu mir gekommen. Ich war immer schon musikalisch und habe als kleines Kind schon gesungen. Ich glaube, wir singen alle, wenn wir klein sind. Ich kenne kein Kind, das noch nicht gesungen hat. Nur schon dieser Gedanke. Es wäre furchtbar traurig, wenn man ein Kind träfe, das noch nie gesungen hat. Und ich glaube auch, dass uns Musik ständig berührt und immer präsent ist. Tief drinnen besitzt jeder Mensch eine Grundmusikalität. Das hat mich schon immer fasziniert, denn ich war von Musik immer angezogen, und habe verschiedene Stilrichtungen entdeckt, von klassischer Musik bis hin zu Rock und Pop.

Wie hat der Song «Auf uns» von 2014, der gleichzeitig Ihre 5. Single war, Ihr Leben verändert?
Deutschland ist Weltmeister geworden und das war schon ein einschneidendes Erlebnis gewesen, insbesondere für alle Fussballfans. Ich hatte das gar nicht geplant, bin selbst gar kein Fussballfan, ich habe einfach das Lied in dem Jahr rausgebracht und das hat die Leute mit diesem Hochgefühl und dieser Energie, die dieser Sommer hatte, einfach gut begleitet. Mit dem Song habe ich ganz viele Leute erreicht und sie haben mich kennengelernt. Das hat meine Karriere massgeblich beeinflusst.

Haben Sie sich diesen Erfolg vorstellen können, als Sie den Song geschrieben haben?
Nein, ich stelle mir nie den Erfolg vor, wenn ich etwas schreibe, sondern es ist eher so, dass ich mir vorstelle, was ich mit dem Lied erreichen möchte. Natürlich erst mal, was ich sagen möchte und was das Lied bedeutet und aussagt. Im Fall von «Auf uns» ging es mir erst mal darum, Gemeinschaft und Freundschaft zu schaffen. Dadurch, dass man in Gedanken verweilt und Menschen, die man viel um sich herum hat, einfach zu sagen, dass man sie liebt und die Zeit miteinander schätzt. Das macht man ja so selten, weil diese Menschen, seien es Freunde oder Familie, immer da sind und es so selbstverständlich ist, dass sie eben auch für einen da sind. Meine Idee war es, dies in einem Lied auszudrücken – eine Ode an die Menschen, die den eigenen Alltag mitbegleiten oder die Freizeit miteinander teilen.

Welche Songs werden auch auf dieser Tour wieder zum Hauptrepertoire gehören?
Also die Setliste kann ich noch nicht verraten, weil wir die noch nicht zusammengestellt haben. Wir spielen ganz sicher «Eisberg», «In meinem Kopf», «Hey», «Auf uns», «Auf anderen Wegen», «Ultraleicht», wahrscheinlich auch «Astronaut», das sind aber nur einige Songs von der Setliste. 

Mit dabei hat der charismatische Sänger neue Lieder aus seinem kommenden Album.

Sie engagieren sich stark für Kinder, denen es nicht so gut geht und misshandelt wurden. Wie sehen da die kommenden Projekte aus?
Ich bin Botschafter für den deutschen Kinderverein, aber momentan ist gerade kein Projekt geplant. Der deutsche Kinderverein steht auch gegen Kindesmisshandlung. Ich bin weiterhin Botschafter dieses Vereins, auch wenn derzeit kein Projekt geplant ist. Wir werden versuchen weiterhin Geld zu sammeln, und natürlich auch auf Misshandlungen aufmerksam zu machen. Das ist ein sehr schwieriges Thema. Ich konzentriere mich eher auf wenige Projekte, aber wirke dafür umso intensiver mit, als an mehreren Wohltätigkeitsprojekten teilzuhaben. Ich habe gemerkt, dass dies einfach effektiver ist. Das schwächste Glied in der Gesellschaft sind eben Kinder, die besonders geschützt werden müssen. Man sagt ja so schön, Kinder sind unsere Zukunft, und das ist nun mal so, denn unsere Kinder werden das Morgen gestalten. Wenn ich alt bin, möchte ich in einer Welt leben, in der wir noch gut miteinander umgehen können.  

Sie haben die Schule abgebrochen, haben eine kurze Zeit gemodelt und haben schliesslich in der Musik Fuss gefasst. Wie kann man sich das vorstellen? Modeln Sie heute noch ab und zu?
Nein, ich mache heute keine Modeljobs mehr. Das habe ich einmal gemacht, um mich über Wasser zu halten. Ich hatte 7 oder 8 Jahre keine Engagements als Musiker und war auch nicht sehr erfolgreich, und da habe ich als Model gearbeitet. Mein Ziel war immer, Musiker zu werden. Somit war ich als Fotomodel nur auf der Durchreise. Es war eine sehr interessante Zeit und ich habe einen Einblick in diese Welt erhalten. Obwohl jetzt als Musiker muss ich ab und zu Fotos von mir machen lassen und das ist im Grunde genau das Gleiche.

Erzählen Sie uns ein bisschen, wie geht der Schreibprozess vor sich, wenn Sie einen neuen Song schreiben? Ist da zuerst die Melodie oder der Text oder geht das Hand in Hand?
Es gibt da keine Königsregel. Es ist oft so, dass ich viel Musik habe oder Themen, über die ich gerne sprechen möchte, und dann schaue, wie die Themen mit der Musik zusammenpassen. Dann werden Melodien ausprobiert und ich schaue was mich inspiriert. Ich folge im Grunde meiner Inspiration, den Dingen, die am meisten Reibung erzeugen und mich am tiefsten berühren. Und diese halte ich dann fest. Es ist im Grunde ein sehr intuitiver Weg, den ich wähle. Wenn ich an einem Punkt bin, wo ich merke, dass Melodie und Musik zusammenkommt, dann wird es handwerklich sehr technisch, die Strophen zu schreiben und Chorusse auszuformulieren. 

Können Sie auf Unterstützung bzw. ein Team zählen, wenn Sie im Schreibprozess sind?
Ich fange die Prozesse immer alleine an. Bei manchen Songs schreibe ich das Lied gleich alleine fertig. Doch manchmal gibt es Lieder, bei denen ich merke, dass ich nicht die richtigen Worte finde oder es Leuten in meinem Team zum Reinhören gebe, die einen anderen Stil nutzen als ich. Es gibt da besonders zwei Leute, mit denen ich eng zusammenarbeite. Mit ihnen setze ich mich zusammen und spreche über das Thema. Auch um deren Perspektiven zu erfahren und sammle mit ihnen zusammen weiterhin Ideen. Manchmal ist es ganz gut mit jemandem Pingpong zu spielen, um das eigene Gedankengut zu durchbrechen. Nur so kann ich mich von einer Idee, die sich schon festgefahren hat, wieder lösen. Ich arbeite sehr gerne im kreativen Prozess mit andern zusammen.

Sie singen ausschliesslich auf Deutsch. Weshalb haben Sie keine Songs auf Englisch? Werden wir Sie eines Tages Englisch singen hören?
Etwa aus dem gleichen Grund, wie es von mir keine Lieder auf Chinesisch gibt (lacht). Ich mag die deutsche Sprache und Deutsch ist meine Muttersprache, und darin drücke ich mich am liebsten aus. Ich unterhalte mich mit meinen Freunden auf Deutsch und auch mit dem Publikum. Ausserdem habe ich nie englisch geschrieben. Ich hatte mal eine Band vor vielen Jahren und da habe ich englisch gesungen, aber es lag mir einfach nicht. 

Wie gehen Sie um damit, wenn man Sie mit Xavier Naidoo vergleicht? Sind Sie befreundet, und schreiben Sie auch Songs zusammen?
Mit Xavier Naidoo hat mich noch nie jemand verglichen. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der zu mir gesagt hat, «he, du singst wie Xavier Naidoo» oder so. Aber wenn ich mir das vorstelle, das ist ja ein Wahnsinns-Sänger, dann würde ich das als Kompliment verstehen. 

Haben Sie schon neue Songs im Kasten? Wann werden wir Ihr nächstes Album hören?
Ich habe das neue Album noch für dieses Jahr angesetzt, aber es kann natürlich sein, dass es erst Anfang des kommenden Jahres erscheint. Ganz genau weiss ich es allerdings nicht, da die Plattenfirma das «Timing» für die Veröffentlichung vorgibt, aber ich denke schon, dass ich es dieses Jahr noch fertigmache und dann liegt das in den Händen der anderen.

Wer ist Andreas Bourani und was macht er, wenn er nicht musiziert?
Andreas Bourani ist einer, der für seine Musik bekannt ist. Die Musik war jedoch vor mir bekannt. Denn die Leute hören es zuerst im Radio – so nach dem Stil, wer steckt dahinter? So soll es auch bleiben, dass die Musik bekannter ist als ich. Wenn ich gerade nicht Musik mache, dann mache ich, was alle Leute auch so machen. Ich treffe mich mit Freuden, halte mich gerne in der Natur auf und dann gilt es für mich eben auch die Natur aufzusaugen und beobachte die Prozesse, die da vor sich gehen. Einfach draussen zu sein, in der Sonne zu sein. Ich habe im Grunde viel Freude an ganz einfachen Dingen, wie Essen gehen und mich mit Menschen zu unterhalten, ich lese gerne. Ich würde sagen, ich bin ein genügsamer Geselle. (lb)

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11. Jun 2019 / 06:00
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