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    Bei der Berufswahl stellen sich für die Schulabgänger viele Fragen.  (iStock)

Die Rolle der Eltern in der Berufswahl

Die erste Berufswahl stellt Jugendliche und Eltern gleichermassen vor Herausforderungen und kann, neben vielen positiven und ein­drücklichen Erlebnissen, auch den ein oder ­anderen Rückschlag ­bergen.
Vaduz. 

Obwohl der Entscheid für eine Lehre oder eine weiterführende Schule oftmals der erste Entscheid in der ­Bildungslaufbahn ist, den die Schüler und Schülerinnen bewusst und eigenständig treffen, so ist die Unterstützung durch die Eltern dennoch ein nicht zu unterschätzender Schutzfaktor, welcher dafür sorgt, dass die Schüler und Schülerinnen eine wohl­überlegte und ­somit gute Entscheidung ­treffen. Die nachfolgenden Tipps sollen Eltern mögliche Unterstützungsmöglichkeiten für die Zeit der Berufswahl ihrer Kinder aufzeigen. 

Seien Sie sich Ihrer Rolle bewusst 
Eltern sind jene Personengruppe, die aus Sicht der Jugendlichen den grössten Einfluss auf den getroffenen Entscheid für einen Beruf bzw. eine Ausbildung hat. Wie die Jugendlichen die Berufswelt wahrnehmen, hängt zu einem grossen Teil damit zusammen, wie Sie als Eltern eben diese sehen. Auch wenn es Ihnen nicht so vorkommen mag, da es in diesem Alter durch den beginnenden Ablösungsprozess öfter auch Mal zu Diskussionen kommt, sind Sie als ­Eltern in den ­Augen der Jugendlichen nach wie vor ­Experten und Vorbilder in Bezug auf die Berufswelt.

Seien Sie Wegweiser und ­Erinnerungsfunktion 
Die Berufswahl ist ein Prozess, der sich über das 8. und 9. Schuljahr erstreckt. In dieser Zeit geschehen in der Schule und den Unternehmen viele Dinge parallel und man möchte nichts verpassen. Die Schüler und Schülerinnen ­haben aber noch ein anderes ­Zeitempfinden als Erwachsene und in der Regel auch keine Erfahrung in der Planung eines so lange andauernden Projektes bzw. Prozesses. Hier ist die Unterstützung der Eltern ­gefragt. Sie ­müssen ihren Kindern dabei die Arbeit nicht abnehmen, sondern den Rahmen (Reihenfolge, Zeitfenster) für die jeweilige Erledigung setzen. Bei der Orientierung, was in Bezug auf die Berufswahl zu welchem Zeitpunkt vorgesehen ist, hilft der durch die Berufsberatung zur Verfügung gestellte Berufswahl­fahrplan. Darin finden sich die wichtigsten Eckpunkte des Berufswahlprozesses in Liechtenstein.

Seien Sie Lektor statt ­Ghostwriter  
Wenn der Entscheid für einen ­Beruf gefallen ist, erstellen die ­Jugendlichen im nächsten Schritt Bewerbungen für die ausgeschriebenen und für sie interessanten Lehrstellen. Beim Verfassen der Bewerbungen stellt sich für Eltern oftmals die Frage, ob und wie viel ­Korrekturen sie in den Bewerbungen vornehmen sollten. Die Personalverantwortlichen in Unternehmen erkennen schnell, ob die gewählten Formulierungen von ­Erwachsenen stammen oder von den ­Jugendlichen selbst. Daher lohnt es sich vielmehr, ­Grammatik- und Rechtschreibfehler zu korrigieren, als die ganze Bewerbung «erwachsenengemäss» umzuformulieren.

Seien Sie Motivator und Tröster 
Der Bewerbungsprozess kann mitunter sehr schmerzhaft sein. Man schickt Bewerbungen hinaus in die Welt und im schlimmsten Fall sind jene Antworten, die man erhält, Absagen.
Eine Absage schmerzt immer, da man sich mit jeder Bewerbung auch verletzlich macht. 
Anstelle von Vorwürfen brauchen die ­Jugendlichen in so einer Situation vor ­allem Verständnis. Ermutigen Sie dabei die Jugendlichen auch dazu in den Unter­nehmen nach­zufragen, ­warum es nicht geklappt hat. Je nachdem liegt hier schon der erste Schritt zur ­Lösung des Problems und damit zur Zusage für eine Lehrstelle.

Seien Sie Retter in der Not 
Es lohnt sich von Anfang an einen Plan B zu haben, denn es besteht immer die Möglichkeit, dass ­etwas schiefgehen kann. Trotz bester Vorbereitung gibt es keine Garantie für die Zusage der Wunschlehrstelle. Wird zu einem frühen Zeitpunkt bereits ein Plan B erarbeitet, so nimmt dies den Druck von den Schülern und Schülerinnen, da sie nicht alles auf eine Karte setzen müssen, sondern mehrere Optionen zur Auswahl haben.
Zudem hilft oftmals die Erkenntnis, dass es nicht nur «den einen» Traumberuf gibt, sondern jeder von uns für mehrere Berufe geeignet ist und es ­darum auch sinnvoll ist, sich in mehr als nur einem Beruf zu bewerben.
Falls kein Plan B in Form eines anderen Lehr­berufs gefunden werden kann, lohnt es sich, dass man sich bereits früh über Brückenangebote informiert, damit diese nicht eine grosse Unbekannte sind, sondern man auch die jeweiligen Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile dieser kennt.

Seien Sie bereit Hilfe anzunehmen.
Die Aussage, dass die Berufswahl ein Familien­projekt ist, begegnet Eltern im Rahmen der Begleitung ihres Kindes mehrfach. Dies bedeutet aber nicht, dass die Familie alle ­Herausforderungen ­alleine meistern muss.
Je nach Bereich, in dem es gerade hakt, ­bieten das Amt für Berufsbildung und ­Berufsberatung, die Lehrpersonen oder aber auch die Unternehmen gerne Unterstützung in diesem Prozess an. ­Eltern ­sollten nicht zögern diese Hilfs­angebote ­anzunehmen, denn gemeinsam geht es meistens gleich viel einfacher! (pd)

11. Sep 2018 / 07:50
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