• Supertrend Smartphone
    Supertrend Smartphone  (iStockphoto)

Phablets lassen Grenzen verschmelzen

Während früher das Handy möglichst klein sein sollte, werden die Smartphone-Modelle von Jahr zu Jahr grösser. Die Grenzen zwischen Tablets, sogenannten Phablets und Smartphones verwischen immer mehr. Lautet der Trend der Zukunft «Ein Gerät für alles»?
Vaduz. 

Es ist noch gar nicht so lange her, da surften die Menschen ausschliesslich per Computer im Netz. Das Handy sollte indessen möglichst klein und handlich sein. Dann schickte Nokia 1997 den «Communicator 9000» auf den Markt – ein Mini-Notebook, das unter dem Begriff Smartphone eine neue Geräteklasse begründete. Doch selbst wenn das besagte Jahr als die Geburtsstunde des Smartphones gilt, sollte erst das iPhone für eine Revolution auf dem Handymarkt sorgen. Als Steve Jobs das Gerät mit Touchscreen erstmals am 9. Januar 2007 auf der MacWorld vorstellte, war die Begeisterung grenzenlos. WLAN, Multitouch und Lagesensor galten als spektakuläre Innovation.
Lange liess die Antwort der Konkurrenz nicht auf sich warten. Bereits kurz nach der Vorstellung des iPhones veröffentlichte Google sein mobiles Betriebs-system Android, welches mittlerweile auf fast jedem zweiten verkauften Mobiltelefon, PC, Tablet und Ultrabook läuft und sich damit weltweit zum unumstrittenen Leader auf dem Smartphone-Markt entwickelt hat. Die Zeiten, in denen die Geräte noch besonders handlich sein muss-
ten, gehören seither definitiv der Geschichte an.

Grössenwahn der Smartphones

In den vergangenen Jahren hat praktisch jeder Smartphone-Hersteller die Displays seiner Modelle grösser gemacht. Samsung gehörte 2012 mit seinem Modell Galaxy Note zu den ersten Anbietern, die den «Phablet»-Trend begründet haben – ein Kunstwort, das aus der Mischung von Phone und Tablet entstanden ist. Es beschreibt Geräte, welche eine Display-Grösse zwischen fünfeinhalb und sieben Zoll aufweisen und somit die Lücke zwischen Smartphone und Tablet schliessen. Seltener liest man auch die Bezeichnung «Smartlet» – eine Wortkreation aus Smartphone und Tablet. Apple widersetzte sich lange diesem Trend, zog dann aber im vergangenen Jahr schliesslich mit seinem iPhone 6 Plus nach, welches aufgrund seiner Abemessungen kaum mehr in ein Abendhandtäschchen passt. Und in die Hosentasche? Da wird es selbst bei grosszügig dimensionierten Einschüben definitiv zu eng. Und trotzdem steht jetzt schon fest, dass das neue Phablet die Verkaufszahlen von Apple mächtig angekurbelt hat.

Der Reiz der Grösse
Doch warum sind die XXL-Smartphones plötzlich so beliebt? Das liegt erst einmal an den grossen Bildschirmen, die sich vor allem für Multimedia-Anwendungen wie die Video-Streaming-Dienste, das mobile Surfen im Internet und das Lesen oder Bearbeiten von Dokumenten und Präsentationen unterwegs eignen. Wen die Grösse nicht stört, der bekommt also einen mobilen Begleiter mit einem grossen Screen für alle wichtigen Aufgaben im Alltag. Ein weiteres Argument, das für Phablets spricht, ist die Preisentwicklung. Ein gutes Phablet kostet mittlerweile kaum mehr Geld als ein herkömmliches Smartphone. Und so denken sich viele Kunden: Mehr Phone für das gleiche Geld. Gekauft!
Phablets entwickeln sich also zunehmend zu den Wachstumstreibern im immer stärker gesättigten Smartphone-Markt. Laut einer Studie der International Data Corporation wird der Marktanteil von Geräten mit einer Displaygrösse oberhalb der FünfeinhalbZoll-Marke in diesem Jahr bei etwa 14 Prozent liegen, 2018 sollen bereits rund ein Drittel aller Smartphones einen XL-Bildschirm aufweisen.

Ein Gerät für alles

Durch ihre geschrumpften Geschwister geraten natürlich Sieben- bis Zehn-Zoll-Tablets wie Apples iPad Mini oder das Samsungs Galaxy Tab unter Druck: Fachleute vermuten, dass bereits im kommenden Jahr der Absatz von Phablets deutlich über jenem der Tablets liegen könnte. Und niemand zweifelt daran, dass das Notebook – noch vor drei bis vier Jahren die verbreitetste Lösung bei Unterwegsarbeitern – schon in diesem Jahr von den Phablets überholt wird.
Es stellt sich die Frage: Werden vielleicht alle digitalen Geräte wie PC, Tablet, Phablet und Smartphone in Zukunft verschmelzen? Es gibt Argumente, welche dafürsprechen: Ein Tablet macht für einen Privatanwender den PC praktisch überflüssig. Parallel verschmelzt dieses mit den immer leistungsfähigeren und grösseren Smartphones. Wer weiss, vielleicht steht am Ende die Hoffnung auf ein einziges Multifunktionsgerät, welches der Nutzer ständig bei sich tragen kann. (ne)

Mehr zum Thema im aktuellen Vaterlandmagazin «pece».

 

03. Mär 2015 / 06:00
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