• Marc Trauffer
    Der Alpentainer Marc Trauffer posiert für das Lifestyle-Magazin vor seinem Auftritt in der Stadthalle Bülach.  (Daniel Schwendener)

«Meine Musik soll unterhalten und gute Stimmung machen»

Der Entertainer und Musiker Marc Trauffer, vielen auch bekannt als «Alpentainer», erlebt mit seinen leicht eingängigen Hits wie «Müeh mit de Chüe», «Geissepeter», «Heiterefahne» und «Alpzyt» einen richtigen Senkrechtstart. Der Durchhaltewillen des Schweizer Musikers aus Brienz hat sich ausgezahlt, wie er selbst sagt. Seit dem Start seiner Solokarriere wurde er von vielen durch seine Musik lange belächtelt oder gar ignoriert. Jetzt füllt er ganze Konzertsäle und bietet seinen Fans jedes Mal vertraute Melodien und natürlich ein «urig schweizerisches Spektakel» der Superlative.
Bülach/Vaduz. 

Herr Trauffer, 6 Alben in knapp 10 Jahren, das ist eine beachtliche Menge, wenn man das auf den Schweizer Markt herunterbricht. Was bedeutet Musik für Sie?
Marc Trauffer: Ich habe immer schon Musik gemacht und sie hat mich mein ganzes Leben schon begleitet. Als Kind habe ich sie mit grossen Träumen verbunden, später mit grossen Abenteuern, heute ist es manchmal auch Druck. Kurz gesagt: Musik ist für mich Leben. 

Ihr aktuelles Album «Schnupf, Schnaps + Edelwyss», das Sie im Januar herausgebracht haben, war 6 Wochen lang auf dem ersten Platz der Schweizer Hitparade. Was braucht es Ihrer Meinung nach, um erfolgreich Musik zu machen?
Wenn ich das wüsste, dann würde ich sofort eine Plattenfirma gründen und wäre reich. Ich weiss es leider nicht. Ich habe 18 Jahre lang Musik gemacht, ohne irgendwie einen zündenden Erfolg zu haben. Ich weiss nicht wirklich, warum es heute funktioniert. Ich glaube aber, dass es dir die Leute abnehmen, wenn man es von Herzen macht und man etwas produziert, wofür es einen Markt gibt. Würde ich Songs schreiben, in denen ich mein Innerstes gegen aussen kehre und sagen würde, das ist meine Kunst, nehmt und hört sie, dann würde das wohl nicht funktionieren. 

18 Jahre lang hat der Erfolg auf sich warten lassen, Sie haben auch schon vor 18 Jahren ähnlichen Sound produziert. Wieso funktioniert es ausgerechnet heute?
Es braucht immer Zeitgeist. Ich glaube, mit dem was ich mache, hätte ich vor 10 Jahren keinen Swiss Music Award gewonnen. Unmöglich! Und schon gar nicht dreifach Platin geholt. Es braucht Zeitgeist, Durchhaltewillen und es braucht vor allem Glück. Ich muss sagen, ich habe Glück gehabt. Es wäre völlig vermessen, wenn ich behaupten würde, dass ich ein extrem guter Sänger bin oder ein extrem guter Texter oder Entertainer. Ich glaube, es braucht einfach eine grosse Portion Glück, sonst funktioniert es nicht.

Welches ist Ihr Lieblingslied auf Ihrem aktuellen Album?
Schwierige Frage, aber «Alpzyt» ist ein Lied, das mir wichtig ist. Wir haben auf dieser Alp ganz unbewusst den Soundtrack zum Film gemacht. Ich bin als letzter von der Alp heruntergegangen, bin nochmals ins Tal gelaufen, wie ich schon zum Anfang des Projektes mit den Kühen gelaufen bin, und plötzlich hatte ich immer diesen Song im Ohr. 

Wie gehen Sie mit Kritik um?
Das kommt auf meine Tagesform an. Mit nachvollziehbarer Kritik kann ich sehr gut umgehen. Wenn Sie mir sagen, dass Ihnen meine Musik einfach nicht gefällt, dann sage ich, lass uns ein Bier trinken. Wenn aber jemand sagt, dass meine Musik ganz schlecht gemacht und der letzte Müll ist, dann hat er/sie das System nicht ganz begriffen. Das ärgert mich sehr. Denn Musik ist immer Geschmacksache. Es gibt weder gute noch schlechte Musik. Was mich bei Musikkritikern oft nervt, ist, dass sie zwischen gut und schlecht unterteilen, aber bei Musik gibt es das nicht, sondern nur sie gefällt einem oder eben nicht. Was ich in den letzten Jahren gelernt habe ist: Je höher der Flug, umso dünner die Luft. Man muss sich relativ viel gefallen lassen. 

Wie reagieren Sie, wenn Sie für Ihre Musik und Ihre Songtexte belächelt oder Ihre Songs gar als «Schrott» abgestempelt werden? 
Meine Musik kann schon allein daher kein Schrott sein, weil sie ein grosses Publikum erreicht. Mit dieser Tatsache tröstet man sich über relativ viel hinweg. Ich glaube manchmal muss meine Managerin Catherin den Hörer einen Meter vom Ohr weghalten. Manchmal nervt es mich wahnsinnig, weil es einfach unfair ist. Mir kann es eigentlich egal sein, aber meine Produzenten sind hochprofessionelle Musiker. Die haben sich ja etwas überlegt, als sie die Platte gemacht haben. Wenn dann die ganze Arbeit pauschal in den Kübel geschmissen wird, ist das alles andere als gerechtfertigt.

Making of der Videobotschaft an die Leserinnen und Leser des Lifestyle-Magazins

Sie haben Songs geschrieben mit Titeln wie «Müeh mit de Chüe» «Sennesinger» oder «Geissepeter». Wie kommen Sie auf solche Titel und diese Songtexte? 
«Sennesinger» ist ein Song, der von Sennenschwinger und Turnerschwinger kommt, also aus dem Schwingsport. Es gibt jene mit den Edelweisshemden, das sind die Sennenschwinger und jene mit dem weissen Trikot sind Turnerschwinger, die vom Turnsport kommen. «Sennesinger» hatte einen ganz anderen Arbeitstitel wie «Alpgebet» oder «Alpjauchzer», aber mir passte dieser Songtitel nicht. Also habe ich gesucht und habe den Titel «Sennesinger» erfunden. Ähnlich war es mit dem Begriff «Alpentainer», der ganz plötzlich entstanden ist. 

Wo fallen Ihnen die Ideen zu neuem Material ein?
Das frage ich mich manchmal auch. Beim Songschreiben arbeiten wir immer im Team. Es sind insgesamt vier kleine Teams und ich bin in jedem Team involviert. Ich bin völlig frei von diesem Ich-hab-es-erfunden-Gefühl. Das ist mir nicht wichtig. Unwichtig ist mir, dass bei jedem Song mein Name als Produzent oder Texter steht. Klar mache ich den Feinschliff des Textes am Schluss in Eigenregie. Ich muss es singen und dazu stehen können. 

Was ist zuerst da? Die Melodie oder der Text?
Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal ist es eine Idee, manchmal ein Wort. Beim Song «Müeh mit de Chüe» wollten wir ein Lied im ¾ Takt mit Kühen machen. Die Idee hatte meine Managerin. Der Bassist lieferte die Idee zur Geschichte, dass eine junge Dame Mühe mit dem Leben als Bäuerin habe. Aus dieser Zusammenarbeit ist dann «Müeh mit de Chüeh» entstanden. Das ist für mich ein gutes Beispiel wie Songschreiben im Team funktioniert.

Welches sind Ihrer Meinung nach Ihre beliebtesten Songs?
All jene, die Sie in einer Frage zuvor aufgezählt haben. «Heiterefahne» ist derzeit ein richtiger Flieger. Aber auch «Sennesinger», «Müeh mit de Chüeh» und «Der ischt zjung für mi». Wir bemerken auf der aktuellen Tour, dass auch der «Geissepeter» sehr beliebt ist.

Ist Ihnen Idylle und Heimatromantik wichtig?
Es ist mir nicht wichtiger, als in einer Stadt Sushi essen zu gehen. Es ist ein Teil meines Lebens und es ist ein grosser Teil meines Lebens. Wenn ich nach Hause komme, dann lebe ich Idylle. Ich lebe in Brienz. Das Dorf ist mit Bergen umgeben und es gibt einen See, Wälder, es hat Schnee auf den Bergen. Viele Leute und Journalisten unterstellen mir, dass diese Heimatromantik ein Konzept oder Kalkül meinerseits sei, aber es ist einfach meine «verdammte» Realität. Ich lebe im Berner Oberland in einem Dorf, in dem man sich kennt. Und sich beim Einkaufen trifft. Es ist einfach so, aber ich lebe das sehr gerne. (lb)

Lesen Sie das ganze Interview mit dem Alpentainer in der aktuellen Ausgabe des Lifestyle-Magazins.

 

12. Jun 2018 / 06:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
01. Dezember 2018 / 08:06
20. März 2018 / 08:00
01. Dezember 2018 / 07:04
01. Dezember 2018 / 14:37
Aktuell
01. Dezember 2018 / 14:37
01. Dezember 2018 / 08:06
01. Dezember 2018 / 07:04
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...
Wettbewerb
GOSPEL
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für das Konzert am Donnerstag, 20. Dezember um 20 Uhr im SAL, Schaan
19.11.2018
Facebook
Top