• Bob-Nachwuchs Gabriel Ospelt
    Bob-Nachwuchs Gabriel Ospelt  (Daniel Ospelt)

Liechtenstein setzt auf die Jugend

Schüchtern, nervös stehen sie am Saison-Opening neben Alexander Batliner und beantworten brav die Fragen des Medienprofis. Wohin nur mit den Händen? Die Körpersprache zeigt an: Häufig mussten die jungen Bobsportler bisher nicht Red und Antwort stehen. Doch: Giuliano Meyer, Sebastian Kranz, Manuel Büchel, Gabriel Ospelt und Robin Neukom punkten durch Sympathie und Antworten, die aufzeigen: An der Motivation und am Ehrgeiz wird es den Athleten des Bob- und Skeletonvereins garantiert nicht fehlen.
Vaduz.  Der jüngste und gleichzeitig grösste Athlet (1.90 Meter) ist Gabriel Ospelt. Der 15-Jährige besucht das Gymnasium in Bregenz und hat für diese Saison hohe Ziele. Er will Liechtenstein im neuen Monobob an den 2. Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer vertreten. In Innsbruck 2012 feierten die Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 Premiere – vier Jahre später ist nun auch Monobob integriert. Vor der Erfindung des Einzelbobs durften junge Athleten erst mit 18 Jahren durch den Eiskanal – neu können junge Bobsportler bereits mit 14 Jahren mitmischen. Rund 1100 Athleten aus 70 Nationen werden in Lillehammer dabei sein – Gabriel Ospelt muss sich dafür noch qualifizieren. Derzeit mischen 17 Nationen im Monobob mit. Die Qualifikation gilt als geschafft, wenn sich der Vaduzer in fünf Nachwuchsrennen gesamthaft unter die besten 15 Nationen kämpfen kann. Zum Bobsport fand Gabriel Ospelt durch Zufall. «Man hat mich am Schaaner Fest vor einem Jahr überzeugt.» Der Bob- und Skelethonverein hat am besagten Fest Nachwuchs gesucht. «Zu dieser Zeit waren gerade Ferien und ich hatte genügend Zeit. Also habe ich mir das Ganze genauer angeschaut», so Ospelt weiter. Die ersten Fahrten durch den Eiskanal waren dann allerdings abenteuerlich. «Die ersten drei-, viermal habe ich mich jedes Mal gefragt: ‹Warum tue ich mir das an?›», lacht Ospelt. Er ist keiner, der sich in Vergnügungsparks die gefährlichsten Achterbahnen aussucht, was man von einem Bobpiloten eigentlich erwarten könnte. «Als Kind bin ich einmal fast aus so einer Bahn gefallen, weil es Probleme mit dem Sicherheitsbügel gab», so Ospelt. «Mittlerweile macht es aber unheimlich Spass und das Adrenalin steigt immer noch hoch.» 130 Fahrten durch den Eiskanal hat der Vaduzer nun schon hinter sich und der Bobsport hat ihn gänzlich gepackt. Auch die anfänglichen Sprüche seiner Kollegen liegen hinter Ospelt. «Als sie Wind bekommen haben von meinem Interesse am Bobsport musste ich mir jeden Tag das ‹Eins ... zwöi ... drüü› aus dem Film ‹Cool running› anhören. Jamaika ist übrigens im Monobob-Sport ebenfalls mit dabei und auch Brasilien stellt einen Athleten. Ospelts Trainer Beat Hefti hat an den Olympischen Spielen in Sotschi die Silbermedaille im Zweierbob geholt. Dazu kommen drei Olympia-Bronzemedaillen, drei Mal EM- und einmal WM-Gold. Der Appenzeller findet die Neuerung Monobob top. Über Gabriel Ospelt meint der Schweizer: «Er ist sehr ehrgeizig und aufnahmefähig. Was wir angehen, setzt er schnell in die Tat um. Wichtig ist, dass wir ihn nicht verheizen. Auf alle Fälle ist es sehr schön, mit ihm und auch den anderen Jungen im Team zu arbeiten.» Neben Ospelt im Monobob wird Liechtenstein auch im Zweierbob-Europacup starten. Dort werden Giuliano Meyer als Pilot und Sebastian Kranz als Anschieber agieren. (pk)
17. Nov 2015 / 06:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
17. März 2015 / 06:00
09. April 2019 / 05:00
Aktuell
09. April 2019 / 05:00
09. April 2019 / 05:00
04. April 2019 / 10:22
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
PFC Levski vs Vaduz
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für das Spiel gegen FC Schaffhausen am 27. April um 18 Uhr
12.04.2019
Facebook
Top