• Gerichtsgebäude in Vaduz
    Der Fall hat die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein auf den Plan gerufen. «Gegen mehrere Verdächtige wird wegen des Verdachts der Geldwäscherei ermittelt», sagt Staatsanwalt Frank Haun auf Anfrage.  (Daniel Schwendener)

Venezuela: Ermittlungen gegen Liechtensteiner Verdächtige

Beamte und Funktionäre aus Venezuela haben gestohlenes Geld und Gold in Liechtenstein versteckt.

Diese Woche gelangten Informationen an die Öffentlichkeit, wonach eine hohe Regierungsbeamtin aus Venezuela Gold im Wert von fast 10 Millionen Dollar in einem privaten Tresorgebäude der Firma Liemeta AG in Triesen versteckt hatte. Die Frau namens Claudia Díaz sollte in ihrer Funktion als «State Treasurer» eigentlich die Staatsfinanzen Venezuelas überwachen. Nun steht sie unter Verdacht, Gelder aus der Staatskasse gestohlen zu haben. 

Der Fall hat die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein auf den Plan gerufen. «Gegen mehrere Verdächtige wird wegen des Verdachts der Geldwäscherei ermittelt», sagt Staatsanwalt Frank Haun auf Anfrage. Auch gegen liechtensteinische Verdächtige werde ermittelt. Inzwischen berichtet mit der «Los Angeles Times» eine zweite grosse US-Tageszeitung über die Details.

4,5 Milliarden Dollar gestohlenes Geld gewaschen
Ein Schwerpunkt der liechtensteinischen Untersuchung liegt auf dem Schweizer Bankier Charles-Henry de Beaumont. Er wurde bereits von der Staatsanwaltschaft in Miami identifiziert und verdächtigt, 4,5 Milliarden Dollar gestohlenes Geld gewaschen zu haben. Erstaunlich viele Mitglieder des venezolanischen Establishments dürften ihn als Banker des Vertrauens auserkoren haben. Er war zunächst für eine kleine Schweizer Privatbank in Genf tätig und machte sich später als Vermögensverwalter im Jahr 2012 selbstständig. Laut «Los Angeles Times» wusch er jenes Geld, das 
über die staatliche Erdölgesellschaft PDVSA abgezweigt wurde. Ein Skandal, der weltweit Schlagzeilen machte. 22 Millionen Dollar soll er in die eigene Tasche gesteckt haben. 

Wie viel Geld in Liechtenstein landete, ist noch unklar
Dieser Schweizer Banker soll über zwei Offshore-Firmen in der Karibik und über Briefkastenfirmen in Panama auch Geld auf Konten bei einer grösseren Bank in Liechtenstein überwiesen haben. Laut Gerichtsakten ist auch ein Treuhänder in Liechtenstein involviert, der Claudia Díaz zu seinen Kunden zählte. Er wird im Rechtshilfeersuchen Liechtensteins, das an die Schweiz gestellt wurde und an die Öffentlichkeit gelangte, namentlich genannt. 
Claudia Díaz als ehemalige Vertraute von Hugo Chávez könnte nur die Spitze des Eisbergs sein.

Allerdings ist nicht klar, wie viel Geld tatsächlich auf Liechtensteiner Konten und wie viel Gold in Schliessfächern gelandet ist. Liechtenstein könnte nur ein kleines Zahnrädchen in einem riesigen Geldwäscheskandal sein. Bekannt hingegen ist, dass hohe Summen bei Schweizer Banken gelandet sind. Der ehemalige Schweizer Julius-Bär-Banker Matthias Krull wurde in den USA dafür verurteilt, Venezuela-Gelder gewaschen zu haben. Die Schweizer Bundesanwaltschaft startete im vergangenen Jahr ein Verfahren und die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) attestierte der Bank Julius Bär, dass sie eine «mangelhafte Compliance- und Risikokultur» pflegte. Doch auch in diesen Fall ist Liechtenstein involviert. Nicht nur in einer ganzen Reihe anderer Länder, auch in Liechtenstein habe Krull Gelder gewaschen. Offen- bar ermittelt die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft auch in diesem Fall. (dal)

07. Aug 2020 / 23:18
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