• Drinking Water
    Um auch künftig genügend Trinkwasser zur Verfügung zu haben, muss sich Grundwasser möglichst natürlich anreichern können und bereits heute unverschmutzt bleiben.  (christianpound)

Trinkwasser ein Sorgenkind von Liechtenstein

Liechtenstein und die Schweiz erheben Daten zur Auswirkung des Klimawandels auf die Wasserressourcen. 2020 wird die Studie veröffentlicht.
 
Temperaturen meistens über 30 Grad und Trockenheit – der Sommer 2018 geht als einer der trockensten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte ein. Bedingt durch die Hitze trockneten ganze Bachläufe aus, was vor allem für die Tierwelt bedrohlich war. Aber auch ein für die Menschen lebensnotwendiges Gut wurde immer rarer: das Trinkwasser. Nicht nur Landwirte brauchten 2018 mehr Wasser für ihre Äcker, sondern auch die Bevölkerung im Allgemeinen. Der Trinkwasserverbrauch stieg im vergangenen Jahr von 787 Litern Wasser pro Einwohner und Tag (2017) auf 820 Liter. 
 
Der mangelnde Niederschlag während mehrerer Monate führte dazu, dass bei hangseitigen Quellen immer weni­ger Wasser genutzt werden konnte. Das Jahr 2018 hat Liechtenstein, laut Heike Summer vom Amt für Umwelt, einen Vorgeschmack gegeben auf das, was künftig wegen des stattfindenden Klimawandels auf die Bevölkerung zukommen wird. 
 
Es konnte im vergangenen Jahr aber eine Lösung gefunden werden: «Der Fehlbedarf konnte über eine vermehrte Nutzung der Grundwasserpumpwerke in der Talebene gedeckt werden», erklärt Summer. Das Wasser wurde in der Folge unter den Wasserwerken der Gemeinden ausgetauscht, dadurch konnte die Situation gut gemeistert werden.  
 
Genauere Abschätzungen dank Studie
 
Nun, mehr als ein Jahr nach dem Rekordsommer, haben die Schweiz und Liechtenstein reagiert. Mittels der Studie Hydro CH2018 sollen die Wissenslücken im Bezug auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserresourcen gefüllt werden. «Die Studie wird im kommenden Jahr veröffentlicht», sagt Summer. Ein genaues Datum konnte die Expertin vom Amt für Umwelt nicht in Erfahrung bringen, da die Studie von der Schweiz koordiniert wird. Eines kann jedoch gesagt werden: Erst wenn die Hydro CH2018 veröffentlicht ist, können genauere Abschätzungen zum Trinkwasserbestand in einigen Jahren abgegeben werden.
Grundwasser muss sich anreichern können
 
Weil Trinkwasser ein lebensnotwendiges Gut ist, muss damit sorgsam umgegangen werden. «Die Politik und auch jeder Einzelne ist gefordert, Wasser nachhaltig und haushälterisch zu nutzen», betont Summer. So kann heute schon dafür gesorgt werden, dass künftig genügend Trinkwasser vorhanden ist. Dazu müsse gewährleistet werden, dass sich das neue Grundwasser, entstanden durch Niederschlag, möglichst natürlich anreichern könne, und dass das bereits vorhandene nicht verschmutzt wird, führt Summer aus. Unverschmutztes Regenwasser sollte in Siedlungen möglichst wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden. Dach- und Abwasser von wenig genutzten Wegen und Strassen muss absickern können, sagt Summer. Um zu erreichen, dass das Wasser unverschmutzt bleibt, müssen Gebiete gesichert werden, die für die Trinkwassernutzung von besonderer Bedeutung sind. «Erwähnenswert sind besonders die rheinnahen Schotter, welche vor Verschmutzungsgefahren möglichst frei gehalten werden müssen», erklärt Heike Summer. Die bereits thematisierten Rheindammsanierungen, sprich die Rückversetzung des Dammes oder Rheinaufweitungen würden sich positiv auf die Grundwasserverhältnisse auswirken. Beim Einbau von tief­liegenden Schmaldichtwänden muss laut Summer darauf geachtet werden, dass der Status quo nicht verschlechtert wird.  
 
Extremereignisse werden sich häufen
 
Dass das Jahr 2018 künftig keine Ausnahme bleiben wird, ist belegt. Extremereignisse werden sich häufen, das Klima, wie wir es heute kennen, wird sich stark verändern. «Extreme Hitze, Dürre und Starkniederschläge, extreme Starkregenereignisse werden häufiger in unserer Region auftreten», führt Summer aus. Die Expertin sagt aber zudem, dass es auch Jahre  mit jenem Klima geben wird, das wir heute kennen. Die Menschen haben das Klima aus dem Takt gebracht und Extremereignisse, wie sie bisher alle 100 Jahre auftraten, werden sich häufen. Zusätzlich müsse auch mit extremeren Ereignissen gerechnet werden, solchen, die bis anhin noch nie stattgefunden haben. (qus) 
13. Dez 2019 / 22:21
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
25.06.2020
Facebook
Top