• Rheindammertüchtigung, Triesen
    Auf Höhe des Sportplatzes in Triesen wird der Rheindamm auf rund 300 Metern ertüchtigt – dies erfolgt zeitgleich mit dem Ausbau der Sport- und Freizeitanlage Blumenau.  (Tatjana Schnalzger)

Rheindammsanierung: «Ein grosser Tag für Liechtenstein»

Nach über 150 Jahren wird zum ersten Mal wieder Hand an den Rheindamm gelegt – die ersten Schwachstellen werden behoben.
 
Eine Naturkatastrophe, wie sie sich im Jahr 1927 ereignet hat, darf sich nicht wiederholen. Zur Erinnerung: Damals trat der Rhein in Liechtenstein an mehreren Stellen über die Ufer. Am schlimmsten betroffen waren die Leute in Schaan und im Unterland. Die Katastrophe im Rheintal traf die Menschen hart. Kein Wunder also, wird dem Rheindamm sowohl in Liechtenstein wie auch auf St. Galler Seite besonderes Augenmerk geschenkt. Nach diversen Untersuchungen beidseits des Rheins wurde zwar festgestellt, dass sich der Damm grundsätzlich in einem guten Zustand befindet, es jedoch einige instabile Abschnit­te gibt, die dringend saniert werden müssen. So werden in den nächsten 15 bis 20 Jahren sowohl auf der Schweizer wie auch auf Liechtensteiner Seite zahlreiche Abschnitte des 25 Kilometer langen Dammbauwerks ertüchtigt. In Liechtenstein wurde nun etwas früher als geplant damit begonnen: Und zwar auf Höhe des Sportplatzes Triesen. Weil dort im Nahbereich des Rheins die Sport- und Freizeitanlage Blumenau ausgebaut wird, wurde entschieden, zeitgleich auch die ersten Dammsanierungsmassnahmen einzuleiten. Die Verantwortlichen luden am Freitagnachmittag zu einer Baustellenbesichtigung und lieferten detaillierte Informationen über die derzeit laufende Dammertüchtigung.
 
Fotostrecke: Baustellenbesichtigung Sportplatz Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
Rheindammertüchtigung in Triesen
 
Zahlreiche Herausforderungen
 
Es ist ein herausforderndes, aber spannendes Projekt für das Amt für Bevölkerungsschutz, vor allem aber auch für die Ingenieure und die Bauunternehmung. «Wir können hier erstmals Erfahrungen im praktischen Umgang mit dem Damm gewinnen», so Emanuel Banzer, Leiter des Amts für Bevölkerungsschutz. Diese seien wichtig und könnten in den nächsten 15 bis 20 Jahren in die Ertüchtigung der weiteren Dammabschnitte einfliessen. «So grosse Erdbewegungen führt man nicht jeden Tag durch», bestätigt auch Bauführer Beat Gassner von der Bauunternehmung Kindlebau AG.
 
Abgesehen davon, dass jeder Dammabschnitt geologisch und geometrisch separat untersucht werden muss und die Sanierungsmassnahmen auf unterschiedliche Weise erfolgen können bzw. vermutlich müssen, stehen die Verantwortlichen in Triesen vor zahlreichen Herausforderungen. Die Magerwiesen müssen abgetragen werden. Ausserdem führen Gashochdruckleitung sowie Hochspannungsleitung durch den Damm, sodass teilweise nur unter Aufsicht und sehr umsichtig gearbeitet werden kann und darf. Im Fall von Triesen müssen die diversen Leitungen nicht verlegt werden – ob dies allerdings an allen Stellen des Landes bei der Sanierung des Dammes ebenso ist, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Sanierungsarten gibt es – wie bereits erwähnt – einige. In Triesen hat man sich dafür entschieden, eine sogenannte Sickerschicht einzubauen, damit das Wasser künftig kontrolliert abgeleitet wird. Auf einer Länge von rund 300 Metern wird der bestehende Oberboden abgetragen und dann eine Filterschicht eingebaut und wieder abgedeckt. Ausserdem wird eine sogenannte «Bermenschüttung» vorgenommen, anders gesagt eine sogenannte «Vorschüttung», die erhöht ist. Diese bietet wiederum Chancen für die Gemeinde Triesen, welche diese in der «Blumen­au» künftig als Tribüne nutzen kann.
 
Entkoppelt von Rheinaufweitungs-Debatte 
 
«Heute ist ein grosser Tag für Liechtenstein», freute sich Regierungsrätin Dominique Hasler, welche die Baustelle persönlich vor Ort besichtigte. Zum ersten Mal nach 150 Jahren werde Hand an den Rheindamm gelegt. «Zudem wird uns das Sanierungsprojekt die nächsten 20 Jahre beschäf­ti­gen. Es ist ein Generationenprojekt», so Hasler. Dass in Triesen mit der Ertüchtigung begonnen werde, liege zum einen an der Tatsache, dass mit dem Ausbau des Sport- und Freizeitparks Synergien geschaffen werden sollten. Zum anderen aber auch daran, dass sich gezeigt habe, dass gerade dieser Streckenabschnitt sehr instabil sei. Die Verantwortlichen hätten einen unermesslichen Einsatz geleistet, um dies nun umsetzen zu können. «Ich bin sehr froh und dankbar zu wissen, dass der Rheindamm in professionellen Händen liegt.» Sie informierte zudem darüber, dass das Dammsanierungs-Konzept, welches man gemeinsam mit dem Kanton St. Gallen erarbeitet, der Regierung im Herbst 2020 zur Genehmigung unterbreitet werde. Darin würden dann auch die zu berücksichtigenden Zielgrössen festgelegt. Unabhängig voneinander würden jedoch auch beidseits des Rheins eigenständige Bauprojekte realisiert. «Mit der gewählten Vorgehensweise – auf Grundlage eines generellen Konzeptes, separate Bauprojekte auszuarbeiten – kann das vorrangige Ziel der zeitnahen Ertüchtigung der instabilsten Dammabschnitte von der voraussichtlich noch langwierigen Debatte zu den Rheinaufweitungen entkoppelt werden», so Hasler. 
 
«Ein Mehrwert in vielerlei Hinsicht»
 
Auch Triesens Vorsteherin Daniela Wellenzohn-Erne ist dankbar für die Zusammenarbeit mit dem Land. Ein Mehrwert für die Bevölkerung entstehe so nicht nur durch den Ausbau des Sportparks, sondern eben auch in Bezug auf die Sicherheit. «Es war gut und wichtig, dass wir von Beginn an eng zusammengearbeitet haben, um die beiden Bauprojekte zu koordinieren und zu vernetzen. (dv)
13. Dez 2019 / 22:29
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