• Mein Liechtenstein 2039, Vaduz
    Für die Themen-Paten Hanno J. Konrad und Laura Wanger, Leiterin des Leitungsteams, steht fest, dass Liechtenstein in Zukunft verdichtet werden muss – das sei nichts Negatives, betont Wanger.  (Tatjana Schnalzger)

«Den Lebensraum zu verdichten, ist nichts Negatives»

«Wie schaffe ich Räume in der Zukunft?» Mit dieser Frage haben sich während eines halben Tages über 20 Workshop-Teilnehmende gemeinsam mit den Themen-Paten Hanno J. Konrad, Geschäftsführer der Hanno Konrad Anstalt in Schaan, und Florin Konrad, Student an der Universität Basel, beschäftigt. Konzeptioniert und organisiert wurde der Workshop von Laura Wanger, Inhaberin und Projektleitung der A45 Anstalt und Mitglied des Leitungsteams.

Interview: Julia Kaufmann

Nach intensiver Diskussion mit den Workshop-Teilnehmenden während eines halben Tages kamen 14 Ideen zusammen, mit denen Liechtenstein zukunftstauglich gemacht werden soll. Im Gespräch mit Laura Wanger und Hanno J. Konrad werden diese genauer beleuchtet.

Weshalb haben Sie sich genau für das Workshop-Thema Raumplanung entschieden?
Laura Wanger: Ich interessiere mich privat stark für die Themen Co-Housing und Tiny Houses – also für moderne Lebens- und Wohnformen. Gerade in einem kleinen Land wie Liechtenstein hat man sehr gute Chancen, ein Projekt dieser Art zu initiieren. Gerade während der Zeit des Lockdowns hat man gesehen, dass die Nachbarschaftshilfe bei uns sehr stark zum Tragen kam. Diese Strukturen sind bei modernen Wohnformen bereits gegeben. Wie und wo wir wohnen, ist Teil der Raumplanung, deshalb war es für mich naheliegend, mich an diesem Workshop zu beteiligen. Ausserdem hat mich fasziniert, dass verschiedene Generationen an einem Tisch sitzen und über ein bestimmtes Thema diskutieren. Diese Gelegenheit ergibt sich nicht so oft.
Hanno J. Konrad: Für mich steckt eine private wie auch eine berufliche Motivation dahinter. Liechtenstein ist meine Heimat und der Lebensraum meiner Familie. Als Vater von vier Kindern ist mein Hauptanliegen, dass die nächste Generation die gleichen Chancen und Möglichkeiten hat, die sich mir in meiner Kindheit und Jugend geboten haben. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, mich an der Zukunft des Landes zu beteiligen. Andererseits bin ich Ingenieur und Projektentwickler und damit den ganzen Tag über mit raumplanerischen Fragestellungen beschäftigt. Der Austausch mit einer vielfältigen Gruppe von Workshop-Teilnehmern war auch deshalb sehr interessant und bereichernd. Die Raumplanung an sich ist ebenfalls eine Querschnittaufgabe, die sehr viele Lebensbereiche und Themen tangiert. Das zeigen auch die 14 entstandenen Zukunftsbilder. 

Welche Bereiche sind aus raumplanerischer Sicht relevant?
Hanno J. Konrad: Bei den Workshops waren es sechs Themenkreise: Das Wohnen in den eigenen vier Wänden ist für jeden von uns ein Bedürfnis aber auch ein Privileg, das sich viele schon heute nicht mehr leisten können. Auch der Umgang mit älteren Menschen ist wichtig. Hier stellt sich die Frage, welche Lösungen wir für eine Gesellschaft parat haben, die immer älter wird. Beachtet werden müssen zudem Umweltaspekte und der Ressourcenverbrauch sowie die Mobilität. Gerade in Liechtenstein sind die Stärke der Gemeinden und ihre hohe Autonomie mitentscheidend, wobei diese in den vergangenen Jahren Rechte ans Land abgegeben haben. Jede Gemeinde sollte eine Kernaufgabe – ein «Steckenpferd» – erhalten, an dem sie sich in Zukunft orientieren soll. Der letzte Punkt ist die Gesetzgebung. Mit ihr müssen wir die Rahmenbedingungen schaffen, die Liechtenstein im Vergleich zur Schweiz nur bedingt hat. Die Eidgenossenschaft hat ein landesweites Raumplanungsgesetz sowie kantonale Rauplanungsgesetze, was ihr eine Steuerungsmöglichkeit gibt. Wir hingegen haben lediglich das Baugesetz und damit keine spezifische, zusätzliche Gesetzgebung. Das macht es für uns Planer manchmal schwierig, einzugreifen. 

Sie haben ein paar Herausforderungen angesprochen, mit denen Liechtenstein heute schon zu kämpfen hat. Gibt es noch weitere?
Hanno J. Konrad: Aufgrund der nur punktuell vorhandenen, übergeordneten gesetzlichen Rahmenbedingungen fehlt bei der Ortsplanung teilweise die Koordination zwischen den Interessen einer einzelnen Gemeinde und des Landes. Damit ist es ein stetiger Kompromiss zwischen den Landes- und Gemeindeinteressen und weniger das Verfolgen von übergeordneten Stossrichtungen. Ausserdem ist die Raumplanung kein dankbares Thema für die Politik. Denn das Resultat der Weichen, die heute gestellt werden, ist erst in 20 oder 30 Jahren sichtbar. Ein Politiker hat deshalb keinen sofortigen Erfolg vorzuweisen.  
Laura Wanger: Im Bereich des Wohnens ist es so, dass sich schon heute nicht mehr jeder einen eigenen Boden leisten kann oder einen zur Verfügung hat. Gleichzeitig werden immer mehr Flächen bebaut. Das Positive ist, dass Mehrfamilienhäuser entstehen, die im besten Fall für unterschiedliche Menschen Platz bieten und viele Jahre erhalten bleiben. Leider bauen viele Bauherren in Grossprojekten jedoch nicht für die zukünftigen Bewohner, sondern eher für die Rendite. Das sollte sich ändern und deshalb ist ein Austausch wichtig. So lässt sich herausfinden, wie die Bevölkerung in zehn oder 20 Jahren wohnen möchte. Es müssen die richtigen Grundpfeiler gesetzt werden, damit die Wohnquartiere auch dann noch einen attraktiven Lebensraum darstellen. Viele dieser 14 Ideen drehen sich um den Austausch. Das zeigt, dass die Liechtensteiner heute schon den Kontakt zu den Mitmenschen suchen. Auch wurde oft das generationenübergreifende Wohnen angesprochen: Wohnungen sollen an den Bedürfnissen vonälteren Menschen ausgerichtet und gleichzeitig für Junge attraktiv sein. 

Was wäre das Worst-Case-Szenario, wenn in Sachen Raumplanung nichts unternommen wird?
Laura Wanger: Dieser Frage sind wir im Rahmen des Workshops auch nachgegangen. Das Resultat: Besonders schlimm wäre es, wenn alle Flächen zugebaut sind und die Natur verloren gehen würde. Die Menschen würden dann ihren Wohnraum nur noch nutzen, um von der Arbeit nach Hause zu kommen und von dort wieder zum Arbeitsplatz zu gehen. Das wäre kein Lebensraum mehr, in dem sie auch ihre Freizeit verbringen könnten.   
Hanno J. Konrad: Dies beschreibt jene Situation, wenn die Raumplanung völlig unkontrolliert verlaufen würde und nichts mehr gesteuert würde. Hierbei redet man von der Zersiedelung. Sie hätte zur Folge, dass wir viel mehr Fläche brauchen würden – unsere Wohnzonen sind aktuell überdimensioniert – und Infrastrukturen selbst an den abgelegensten Orten schaffen müssten. Als Gesellschaft könnten wir dies zwar initial einmal stemmen, danach wäre aber der finanzielle Aufwand für ihre Erneuerung zu gross. Deshalb sollte Liechtenstein stärker verdichtet werden und gleichzeitig muss Qualität, beispielsweise in Form von Freiräumen, nicht nur erhalten bleiben, sondern erhöht werden. Um dies zu ermöglichen, ist etwa der Naturraum Rhein ein wichtiges Element. Ein weiteres Problem entsteht, wenn alle Gemeinden gleiche Angebote schaffen und hierfür auf eine teure Infrastruktur zurückgreifen müssen. Momentan sind sie finanziell vergleichsweise gut aufgestellt. Aber es könnten auch andere Zeiten auf Liechtenstein zukommen und spätestens dann sollte sich jeder die Frage stellen, ob wirklich jede Gemeinde ein eigenes Schwimmbad, einen eigenen Sportplatz oder ein eigenes Kino benötigt. Oder wäre es nicht besser, wenn gewisse Gemeinden für das kulturelle, andere für das sportliche Angebot zuständig wären?

Die Siedlungsaktivität beschränkt sich in Liechtenstein auf rund 
18 Quadratkilometer. Ist das Land nicht schon verdichtet?
Hanno J. Konrad: Unser Leben spielt sich auf etwa zehn Prozent der Landesfläche ab. Zwei Drittel sind Berggebiet. Und trotzdem sind wir im Vergleich zu anderen Kleinstaaten wie Monaco bei Weitem noch nicht dicht besiedelt. Es ist  noch viel Potenzial vorhanden. Trotz der starken Industrie und den vielen Arbeitsplätzen leben wir sehr ländlich. Gerade wegen letzteren müssen wir uns aber auch mit raumplanerischen Fragen beschäftigen, die für eine ländliche Region unüblich sind. Wir haben noch viele Grünflächen, jedoch lässt teils die Qualität zu wünschen übrig. Wird also verdichtet, müssen mehr qualitativ hochwertige Grünflächen geschaffen und ein passendes Verkehrssystem dazu entwickelt werden. 
Laura Wanger: Den Lebensraum zu verdichten, ist nichts Negatives, sondern bietet allen einen Mehrwert. 

Aber es gibt Projekte, die schon jetzt mit gutem Beispiel vorangehen. 
Hanno J. Konrad: Ja, die gibt es, gerade in den Ortszentren entstehen aktuell verdichtete Überbauungen, die verschiedenste Angebote in einem «Haus» bieten. Als Beispiel lässt sich das Haus Sozialfonds Kreuz in Eschen anführen. Es schafft ein generationenübergreifendes Angebot. Die Alterswohnungen dort bilden einen Zwischenbereich zwischen dem Eigen- und dem Altersheim. Dank der Unterstützungsleistungen vor Ort etwa durch die Familienhilfe bzw. Spitex können ältere Menschen ein eigenständiges Leben führen. Diese Alterswohnungen kosten uns als Gesellschaft um einiges weniger als ein Platz in einem Altersheim. Schön ist auch, dass sich das Kreuz direkt im Zentrum befindet. Unsere Gemeindezentren müssen generell aufgewertet und gestärkt werden. 
Laura Wanger: Hier möchte ich ergänzen, dass nicht nur die Gemeinden oder das Land in der Pflicht stehen, sondern auch private Bauherren eine Verantwortung tragen. Sie sollten sich von den Zukunftsbildern inspirieren lassen und einzelne davon aufgreifen. So lassen sich in künftig auch Leerstände verhindern. Denn nur, wenn ein Wohnraum attraktiv ist, lässt sich ein Nutzer dafür finden. So kann man sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich profitieren. 

Kann neben diesen genannten Akteuren auch ein Einzelner nachhaltig in Sachen Raumplanung agieren?
Laura Wanger: Jeder kann sich über das Thema austauschen, wodurch wir alle in Erfahrung bringen können, welche Bedürfnisse da sind. Ich glaube, dass es unter uns sehr viele Menschen gibt, die gute Ideen haben. Aus einer Idee kann nur dann ein konkretes Projekt entstehen, wenn wir diese gemeinsam tragen. 
Hanno J. Konrad: Jeder, der ein Gebäude baut, kann seinen Beitrag leisten und bereits mit kleinen Schritten etwas bewirken, sofern er Schwerpunkte setzt. Einer davon ist die Schaffung flexibler Räume, die bei einer durchdachten Baustatik in einigen Jahrzehnten im Innern anders eingeteilt werden können. Damit erhält man eine langfristige Perspektive und schafft es, dass das Gebäude selbst in 100 oder 150 Jahren noch nutzbar ist und nicht abgebrochen werden muss. Das andere, was wir oft vergessen, ist der Energie- und Ressourcenverbrauch. Diesen kann man mittlerweile mit einfachen Mitteln reduzieren.  

Und wie kann die Bevölkerung zur Partizipation bewogen werden?
Laura Wanger: Unsere Aufgabe ist es, den Mehrwert dieser Ideen aufzuzeigen und Synergien zu nutzen. Als Beispiel einer Partizipation im privaten Umfeld könnte eine ältere Dame, die keine eigenen Enkel hat, aber gerne auf Kinder aufpassen würde, auf die der Nachbarin schauen. Wie wir alle wissen, sind Kita-Plätze ja eher knapp. Ein anderes Beispiel: Eine voll berufstätige Person möchte zwar gerne einen Garten haben, die zeitlichen Ressourcen fehlen aber. Wenn sich mehrere Nachbarn zusammentun und gemeinsam den Garten bewirtschaften, bietet das Entlastung und die berufstätige Person kann ihrem Hobby trotzdem nachgehen.
Hanno J. Konrad: Wir müssen die Vorteile aufzeigen. Beispielsweise jene einer Wohnung mit einem schön gestalteten Aussenraum. In Zukunft werden wir nicht mehr alle in einem Einfamilienhaus leben können. In den kommenden 50 Jahren wird sich das stark verändern und der Prozess hat bereits heute begonnen. Nichtsdestotrotz braucht 
jeder einen Ort, an dem er sich zurückziehen und erholen kann. Unser Alpengebiet und der Rhein bieten Chancen, solche Naherholungsgebiete zu schaffen. Doch wenn wir uns weiter zersiedeln, geraten diese Räume unter Druck und die nachfolgenden Generationen werden sie nicht mehr nutzen können.

Welches ist denn Ihre Lieblingsidee?
Laura Wanger: Meine ist ganz klar jene mit den Tiny Houses auf den temporären Böden. Es gibt viele Flächen in Liechtenstein, die momentan nicht bebaut werden, da sie etwa für die Kinder oder Enkel aufgehoben werden. Jemand, der keinen Baugrund zur Verfügung hat, könnte diesen Boden für zehn bis 15 Jahre mieten und dort ein Tiny House hinstellen oder einen Garten gestalten. Auf diese Weise haben beide Seiten etwas davon und die Fläche wird sinnvoll genutzt. Gerade junge Leute haben einen stetigen Wandel in ihrer Wohnform. Ein Tiny House ist eine gute Zwischenstation. 
Hanno J. Konrad: Ich bin ein Fan vom «Benkle vor em Huus». Es steht symbolisch für die Kommunikation und den Dialog. Die Bevölkerung muss bei raumplanerischen Fragen mit einbezogen werden. Ich bin überzeugt, dass wenn das Volk eine Entscheidung trifft, diese auch die richtige ist. Die ganze Bevölkerung mit diesem Thema abzuholen ist schwierig, dessen bin ich mir bewusst. Aber um etwas verändern zu können, braucht es den Austausch und das persönliche Engagement. 

«S Benkle vor em Huus» wurde bereits umgesetzt.
Laura Wanger: Früher hatten viele Einwohner eine Sitzbank vor dem Haus, auf der sie sich mit den Nachbarn oder Bekannten unterhalten haben. Wir möchten an unterschiedlichen Orten wieder ein paar dieser «Benkle» aufstellen. Zudem haben wir das Gespräch mit der Uni Liechtenstein gesucht, um abzuklären, wie wir das Projekt mit ihr weiterziehen könnten. An dieser Stelle möchte ich alle Vereine oder Interessierten ansprechen: Wer gerne mitwirken möchte, kann ungeniert auf uns zukommen.

Ist die Umsetzung weiterer Zukunftsbilder geplant?
Hanno J. Konrad: Jede Idee, die aufgekommen ist, verkörpert einen Teil der raumplanerischen Fragestellungen, die wir zu lösen haben. Es steht nicht die Frage im Raum ob, sondern wann sie gelöst werden. «Back to the roots» ist eine Idee, die teilweise schon umgesetzt wurde. Es gibt bereits Gartenkooperativen in Liechtenstein und immer mehr Einwohner setzen auf lokal produzierte Nahrungsmittel.
Laura Wanger: Bezüglich des Tiny-House-Projekts sind wir mit unterschiedlichen Akteuren im Vorgespräch. Zudem wollen wir bei spezifischen Events oder bei Verbänden die Zukunftsbilder vorstellen und damit Denkanstösse bieten. Es wäre allerdings 
utopisch, zu sagen, dass wir alle Ideen lancieren werden. Viel eher geht es darum, Impulse zu liefern. 

 

Das Zukunftsprojekt

Das Projekt «Mein Liechtenstein 2039» bildete den letzten grossen Programmpunkt anlässlich der Feierlichkeiten zum 300-Jahr-Jubiläum Liechtensteins. Es sollte den Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit bieten, sich aktiv und konstruktiv mit Ideen und Visionen für die Zukunft des Landes einzusetzen und im Rahmen von sechs Themen-Workshops Impulse für die Zukunft zu erarbeiten. Am 23. November 2019 haben knapp 200 Menschen 4839 Inspirationen aufgelistet, woraus sich 485 kon­krete Ideen ergaben. Jene 69 mit dem grössten Potenzial wurden am Folgetag der Öffentlichkeit vorgestellt und sind ebenfalls im Abschlussbericht des Projekts aufgeführt. Die Aufgabe der Projektpaten und des Leitungsteams besteht nun darin, für diese Ideen – die sinnbildlich als kleine Samen gesehen werden – den richtigen Ort und Untergrund zu finden, um sie zu pflanzen. Schliesslich sollen sie prächtig gedeihen. Im nächsten Beitrag der «Vaterland»-Serie geht es um das Thema Vorbild Liechtenstein.

Die sechs Themenbereiche:
• Vorbild Liechtenstein
• Generationen
• Bildung
• Arbeitsmodelle
• Raumplanung
• Mobilität
Webseite: www.300.li

 

Die 14 Zukunftsbilder zum Thema Raumplanung

Manhattan am Rhein
Die Zeit der «Einfamilienhaus-Teppiche» ist vorbei, bis 2039 findet ein Umdenken in der Bevölkerung statt. Urbane Qualitäten und ein naturnaher Rhein als Naherholungsgebiet zeichnen «TreVaSchaa» (Manhattan am Rhein) 2039 aus. Neben einem strukturierten, verdichteten Zentrum mit anliegendem Industriegebiet prägt Naturbelassenheit das Bild der «neuen Stadt» am Rhein. Dies ermöglicht weiteres starkes Wachstum, beachtet aber auch die Bedürfnisse kommender Generationen nach einer intakten Natur.  

Gemeinsame Gestaltung unserer Lebensräume
Die Lebensräume der Bewohnerinnen und Bewohner werden von diesen gemeinsam gestaltet. Nur durch gemeinsames Handeln werden die gesellschaftlichen Interessen gegenüber Individualinteressen das notwendige Gewicht erhalten. Partizipationsmöglichkeiten, zum Beispiel an Diskussionsveranstaltungen oder Workshops, bieten die Chance, gemeinsam Fragen zum Thema Raum- und Zonenplanung in Angriff zu nehmen, wie zum Beispiel: «Wie wollen wir unseren Boden nutzen?» 

Hotspots in jeder Gemeinde
Nationale Raumplanung: Jede Gemeinde bekommt einen individuellen, einzigartigen Hotspot. Einen Begegnungsort, den es in den anderen Gemeinden so nicht gibt. Zum Beispiel: Rooftop in Triesenberg, Kino in Schaan, und so weiter. Jede Gemeinde bietet etwas Spezielles, das den Besuch der unterschiedlichen Orte attraktiv macht. Eine gute Erreichbarkeit dieser Hotspots mittels ÖV ist wichtig. Man muss sie auch ohne Auto erreichen können.  

Einfach von A nach B
In die Raumplanung muss der Verkehr landesweit smart und zukunftsweisend miteinbezogen werden. Die verschiedenen Verkehrsmittel, insbesondere ÖV und Langsamverkehr, sind ganzheitlich und grenzüberschreitend in die Planung zu integrieren. Die Nutzerperspektive der Einwohnerinnen und Einwohner fliesst ebenfalls mit in die Planung ein.

Einzigartiges Profil für jede Gemeinde definieren
Anstatt Streit um Steuern, Wirtschaft und Finanzen: Wäre es nicht sinnvoller, gemeinsam Kernkompetenzen für jede Gemeinde zu definieren? Beispiele für mögliche Kernkompetenzen: Industrie, Natur und Erholung, Bildung, Gesundheit, Administration, Innovation etc. Damit bekommt jede Gemeinde die Chance, eine pointierte Rolle zu spielen. 

Park in Sekundenschnelle
Kleine Parks in den verdichteten Wohngebieten, eventuell auch mit Wasserflächen, ermöglichen den Einwohnerinnen und Einwohnern, auch im Alltag sofort im Grünen zu sein, trotz immer dichterem Wohnen. Die Grünflächen beeinflussen auch das Klima positiv. 

Back to the roots
Boden hat eine existentielle Bedeutung. Wir in Liechtenstein erkennen den Wert des lokal produzierten Essens an und bewirtschaften wieder vermehrt landwirtschaftliche Flächen gemeinsam. So stärken und erhöhen wir unsere Verbundenheit zu Natur und Boden.

Boden temporär aktivieren
Boden in Liechtenstein ist teuer und knapp. Wohneigentum ist kaum mehr bezahlbar. Liechtenstein bietet in Zukunft Menschen die Möglichkeit, kleine Flächen zu erwerben oder temporär Flächen zu pachten, zum Beispiel für ein Tiny House. 

Spielplatz der Generationen
Ein Naherholungsgebiet am Wasser, das zu Fuss und mit dem Fahrrad erreichbar ist. Es hat Bäume mit Bänken und Tischen, eine Bocciabahn, aber auch ein Haus für die Nutzung bei schlechtem Wetter. Ein Spielplatz für alle Altersgruppen, Rollerpark und Veranstaltungsflächen. An den meisten Tagen begegnen sich hier Jung und Alt in der Freizeit und ab und zu veranstaltet das Land Begegnungsveranstaltungen.

Sausewind – Hochbahn-Kapseln
Die Realisierung eines Hochbahn-Netzes durch die Ortszentren bis zu den angrenzenden Städten der Schweiz und Österreichs. Die Bahn wird klimaneutral mit Photovoltaik angetrieben. Die Hochbahn-Kapseln sausen praktisch lautlos an den Häusern vorbei, 
deren Fenster zum Beispiel mit Folien gegen unerwünschte Blicke geschützt werden könnten.  

Generationen wohnen bunt durchmischt
Im Jahr 2039 wohnen die Einwohnerinnen und Einwohner vermehrt in Wohnformen, die generationenübergreifend sind und in denen das Zusammenleben individuell und gemeinsam gestaltet werden kann. Zum Beispiel nutzen sie gemeinsam Räume wie 
Garten, Werk- und Bastelräume sowie Bibliothek und Gemeinschaftsräume und können sich dennoch jederzeit zurückziehen.

Naturraum Rhein
Das Flussbett des Rheins wird aufgeweitet. Er fliesst breit und natürlich mäanderierend innerhalb von Hochwasserschutzdämmen. Auenwälder und natürliche Uferverläufe machen ihn zu einem attraktiven Naherholungsgebiet und Naturraum. Ruhige Nebenarme des Rheins laden im Sommer zum Baden ein. Auf dem Damm verweilen Menschen und rasten an hübschen Buvetten und Kleinkiosken.  

S Benkle vor em Huus
Wir gestalten in unseren Quartieren kleine Begegnungszonen mit einem «Sitzbenkle» vor der Haustüre. Wenn wir die Strassen entlanggehen, begegnen wir uns auf den «Benkle» und diskutieren miteinander über unser Liechtenstein 2059.

Ein Kleinstaat, eine gemeinsame Raumplanung
Die Raumplanung wird in Zukunft mit einem gemeinsamen Blick auf das ganze Land angepackt. So ziehen für die Zukunft Liechtensteins alle am gleichen Strang und in die gleiche Richtung.  (jka)

07. Aug 2020 / 21:30
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1 KOMMENTAR
Technokratie
Liechtenstein in den Händen der von Stiftungen finanzierten Technokratie.

In Zukunft wird man in Liechtenstein gerade mal genügend Fläche pachten können um in einem Tiny House leben zu können?
Wer schlägt allen Ernstes so einen Unsinn vor?
Das muss die selbe Art von Mensch sein, der denkt ein Capsule Hotel ist das höchste aller Dinge.

Wenn wir aber den Technokraten folgen, dann ist Liechtenstein ein Ort in dem Massen von Menschen aus der ganzen Welt für unsere Global Player arbeiten. Die Top Talents eben.
Für einen Liechtensteiner wird ein Familienhaus nicht mehr erschwinglich sein, diesem wird dann ein 'Tiny House' geboten (winziges Haus, in der Grösse eines Caravan).
Damit er sich aber zufrieden geben kann, wird das Rheinufer naturalisiert.
Auch wenn dies evtl dazu führt, dass sein Tiny House hin under wieder von den Massen dahingeschwemmt wird.

BIP über alles.
Lebensqualität ist relativ.
Liechtenstein ist ein Wirtschaftsstandort, keine Heimat.
Das haben wir in der Uni gelernt.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 10.08.2020 Antworten Melden

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