• Flüchtlingsheim in Vaduz
    Das Flüchtlingsheim in Vaduz.  (Daniel Schwendener)

Serben ersuchen am häufigsten um Asyl

Im Jahr 2018 gab es so viele Asylgesuche wie schon lange nicht mehr. Personen mit serbischer Staatsangehörigkeit suchten 2018 am häufigsten Asyl in Liechtenstein an, gefolgt von 26 aus Georgien.

Die gestern veröffentlichte Migrationsstatistik 2018 gibt unter anderem Aufschluss darüber, dass hierzulande im vergangenen Jahr 165 Asylgesuche gestellt wurden. Das ist seit 2009 ein Höchststand. Damals lag die Zahl unter anderem aufgrund der sogenannten «Afrikawelle» bei 294. Insgesamt wurden 2018 zwei Asylbewerber als Flüchtlinge anerkannt, weitere vier bekamen die Bewilligung als vorläufig Auf­genommene. Das sind Personen, denen kein Asyl gewährt wurde, gleichzeitig können sie aber auch nicht weggewiesen werden. 

189 Asylsuchende mussten Liechtenstein wieder verlassen. Davon wurden 17 wieder von anderen Ländern rückübernommen, 102 zogen ihren Asylantrag zurück, einer musste begleitet ausreisen und 69 tauchten – machmal sogar noch vor dem negativen Entscheid – unter. Die Anzahl der Untergetauchten ist ebenfalls auf dem Höchststand seit 2009, damals lag sie bei 101 Personen. 

Zwei Personen als Flüchtlinge anerkannt
Aufgrund der 194 Rückgänge reduzierte sich die Zahl der registrierten Asylbewerber und vorläufig Aufgenommenen per 31. Dezember 2018 auf insgesamt 80 Personen. Die Statistik gibt ebenfalls Rückschluss auf die Herkunftsländer der Asyl­suchenden.

Dabei stechen vor allem die Asylsuchenden mit serbischer Staatsangehörigkeit hervor. Sie stellten 36 Gesuche und machten damit einen Anteil von 21,8 Prozent aus. An zweiter Stelle kommen mit 15,8 Prozent Personen mit georgischer Staatsbürgerschaft, dicht gefolgt von 25 Personen aus dem Belarus/Weissrussland mit 15,2 Prozent. Andere Staatsbürgerschaften wurden zehnmal oder weniger oft gezählt.

Eine Person aus China sowie ein Asylsuchender aus dem Kongo wurden als Flüchtlinge anerkannt, erhielten damit Jahresaufenthaltsbewilligungen in Liechtenstein. Im Jahr 2017 wurden mit neun Personen aus Syrien, im Jahr 2016 mit elf Asylsuchenden aus China am meisten Flüchtlinge in Liechtenstein anerkannt.

Unter den Begriff anerkannte Flüchtlinge fallen Personen, denen die Regierung Asyl gewährt hat. Als Flüchtlinge gelten somit ausländi­sche Personen, die aus begründeter Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Staats­zugehörigkeit, Zugehörigkeit zu einer bestimmten ­sozialen Gruppe, ihres Geschlechts oder ihrer politi­schen Überzeugung ihre Hei­mat verlassen mussten, heisst es auf der Internetseite des Ausländer- und Passamtes (APA). 

Im Jahr 2018 wurde der Asylantrag durch einen Regierungs- oder Unzulässigkeitsentscheid erstinstanzlich in 93 Fällen abgelehnt. In 41 Fällen, und damit am häufigsten, kamen die Personen aus Serbien, an zweiter Stelle folgen 14 abgelehnte Gesuche von ­Personen aus Weissrussland. Letztinstanzlich wurden 53 Gesuche abgelehnt. Auch hier stellten Personen aus Serbien mit 43 abgelehnten Gesuchen den grössten Anteil. 

2019 sank Anzahl an betreuten Personen
Bevor die Personen anerkannt werden oder Liechtenstein wieder verlassen müssen, finden sie im Flüchtlingsheim in Vaduz eine Unterkunft. Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein betreut die Personen, hat aber keinen Einfluss darauf, wer in Liechtenstein bleiben darf und wer nicht. 

Die Anzahl der betreuten Personen stieg 2018 um acht Prozent auf 269 Personen an. Ebenso erhöhte sich die Anzahl der Betreuungstage auf einen neuen Höchststand seit dem Balkankrieg der 90er-Jahre um 0,1 Prozent auf 41 762 Betreuungstage. Während 2019 ist die Anzahl an betreuten Personen aber erheblich gesunken, und befindet sich nun im unteren Drittel verglichen mit den sechs Jahren zuvor. (qus)

11. Dez 2019 / 13:35
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