• Bewegung für politischen Anstand
    Die Protestkundgebung vor dem Landtagsgebäude.

«Hosen runter ist unter aller Sau»

Die «Bewegung für politischen Anstand» hat sich am Mittwoch vor der Landtagssitzung zu einer Protestkundgebung auf dem Peter-Kaiser-Platz getroffen. Rund zwanzig Personen sind dem Aufruf gefolgt.
Fotostrecke: Kundgebung für politischen Anstand
Demo in Vaduz
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«Hosen runter ist unter aller Sau», «wer schweigt, stimmt zu» oder «im Minimum eine Entschuldigung» steht auf den Plakaten vor dem Landtag, welche die «Bewegung für politischen Anstand» vor dem Hohen Hause aufgestellt hatte. Ziel war, die Abgeordneten auf das Thema Anstand im Zusammenhang mit dem Sonderlandtag vom 2. Juli, als Regierungsrätin Aurelia Frick das Vertrauen entzogen wurde, aufmerksam zu machen. Enttäuschend für viele der rund zwanzig Kundgebungsteilnehmer war, dass der grosse Teil der Abgeordneten den Weg durch das Parkhaus wählte und gar nicht erst an den Protestierenden vorbeikam. Dafür wurden auch Plakate bei der Einfahrt zum Parkhaus aufgehängt.

Ungutes Gefühl

Als erster Politiker trifft Georg Kaufmann der Freien Listen auf die Kundgebungsteilnehmer. «Ich komme halt jeweils mit dem Bus, da kann ich nicht durch den Hintereingang in den Landtag», sagt er schmunzelnd. Er verstehe das Anliegen der Kundgebungsteilnehmer. «Ich komme heute mit einem unguten Gefühl zurück in den Landtag.» Er konnte damals am Sonderlandtag nicht teilnehmen, was da abgegangen sei, habe ihm nicht gepasst.

Als zweiter Abgeordneter trifft Daniel Oehri (FBP) auf die Kundgebungsteilnehmer. «Ich finde gut, dass ihr da seid», sagt er zu den Anwesenden. Eine Entschuldigung vom Landtag, wie die Protestierenden fordern, werde es aber wohl kaum geben, da man zum Thema wohl im nicht öffentlichen Teil der Sitzung debattieren werde. Er versichert aber, dass man parteiintern den Sonderlandtag reflektiert habe und man sich gefragt habe, was man daraus lernen könne.

Mangelnde Information für Öffentlichkeit

Als nächster Abgeordneter trifft Thomas Rehak (NF) auf dem Peter-Kaiser-Platz ein. Von den Kundgebungsteilnehmern wird ihm ein Flyer gereicht, auf dem «Hosen runter ist unter aller Sau» steht. «Gegen verbale Entgleisungen darf man was haben», sagt er dazu. Das könne er nachvollziehen. Auf einem anderen Handzettel steht: «Im Minimum eine Entschuldigung». Da müsste man erst mal wissen für was, entgegnet Rehak der Forderung. «Politik ist ein Streit um bessere Ideen. Nicht alle Themen sind angenehm.» Er könne aber verstehen, dass die Öffentlichkeit nicht alle Schritte nachvollziehen könne, da viele Informationen eben nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Das sei tatsächlich ein Problem.

Die Entschuldigung ziele auf Grenzüberschreitung des Anstandes und der Verletzung der Integrität, stellen Kundgebungsteilnehmer klar. Rehak dazu: «Es gab während der Debatte eine verbale Entgleisung. Dafür hatte sich der betroffene Abgeordnete aber gleich entschuldigt.» Die Formulierung «unter aller Sau» hatte der Politiker kurz nach der Äusserung wieder zurückgenommen.

Frage drei Mal gestellt – noch immer keine Antwort

Auch Gunilla Marxer-Kranz, Günter Vogt und Manfred Kaufmann (alle VU) treffen kurz vor Landtageröffnung auf dem Peter-Kaiser-Platz ein. «Ich habe nicht das Gefühl, dass ich den Anstand verloren habe», erklärt sich Marxer-Kranz den Protestierenden. «Ich hatte eine Frage an die Regierungsrätin. Diese musste ich jedoch drei Mal stellen. Das war notwendig.» Es sei allerdings leider nutzlos gewesen: «Ich habe bis heute noch keine Antwort.» Sie habe nicht das Gefühl, dass sie die Grenze des Anstands überschritten habe. Vogt schiebt nach, dass es der Entscheid von Regierungsrätin Frick gewesen sei, einen Sonderlandtag abzuhalten. Man habe mehrere Male versucht, die Sache auf andere Art und Weise aus der Welt zu schaffen. «Schlussendlich war es Fricks Entscheid, sich dem Sonderlandtag zu stellen.» Sie hätte jedoch zuvor die Chancen gehabt, die Angelegenheit anders zu lösen. Den Unmut in Teilen der Bevölkerung kann Vogt jedoch verstehen: «Ein Problem sei die hohe Geheimhaltung. «Wir Abgeordnete haben einen anderen Informationsstand als die Öffentlichkeit.» Dies trotz des umfangreichen Berichts. «Wer den 250-seitigen Bericht liest, der weiss auch erst einen Viertel», sagt Vogt. Er habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass aussenstehende Personen, die den Bericht gelesen hatten, zur selben Haltung wie er gelangt seien.

Viele haben Angst, sich öffentlich zu äussern

An der Protestkundgebung nahmen rund zwanzig Personen teil. Die eher bescheidene Zahl habe nicht nur mit dem für viele ungünstigen Zeitrahmen von 7.45 Uhr bis 9 Uhr am Mittwochmorgen zu tun. «Viele Personen haben Angst, sich in diesem Kontext öffentlich zu zeigen», sagen Teilnehmerinnen zum «Vaterland». «Viele sagten, dass sie unser Anliegen zwar unterstützen, aber dies nicht vor Ort kund tun, da sie befürchten, ihre Arbeitsstelle zu verlieren.» Das habe wohl unter anderem mit der Kleinräumigkeit im Lande zu tun. «Selbst Abgeordnete sprechen nicht öffentlich zum Thema, wie man eben gesehen hat», sagt eine Teilnehmerin. Sie meint damit Christoph Wenaweser (VU), der sich zwar mit Kundgebungsteilnehmer unterhielt, den Medien jedoch klarmachte, dass er nur «off the record», also nicht öffentlich, spreche. Begründen wollte er diesen Entscheid nicht.

Im Hintergrund werde die Bewegung von vielen Leuten ideell unterstützt. «Viele teilen unser Anliegen an einer anständigen Debattenkultur», so eine Teilnehmerin. Weiter unterstreichen die Teilnehmer, dass sie nicht einfach ein «Aurelia Frick-Fanclub» seien. Um Frick als Person gehe es nicht, sonst hätte man wohl ein Bild von ihr aufgestellt.

Für die «Bewegung für Politischen Anstand» ist mit der Protestkundgebung das Thema noch lange nicht beendet. «Wir werden uns weiterhin dafür Einsetzen, dass nicht einfach Gras über die Sache wächst», sagt Sprecher Markus Büchel. Bis zu den nächsten Landtagswahlen werde man sicher noch von der Bewegung hören. 
(jeb)

Bewegung für politischen Anstand

Der GPK-Präsident Thomas Rehak stellt sich den Fragen der anwesenden Journalisten.

Bewegung für politischen Anstalt

Die Bewegung fordert mehr Anstand und Menschlichkeit in der Politik.

Bewegung für politischen Anstand

Mit dieser Aktion wird das «Hosen-runter-Zitat» thematisiert.

Bewegung für politischen Anstand

Die Landtagsabgeordneten werden bei der Einfahrt zur Parkgarage auf das Anliegen der Bewegung aufmerksam gemacht.

Bewegung für politischen Anstand

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Bewegung für politischen Anstand

04. Sep 2019 / 08:04
Geteilt: x
3 KOMMENTARE
Eher ist die Bewegung für politischen Anstand unter aller Sau
So, so, nicht einfach ein «Aurelia Frick-Fanclub», sonst hätte man wohl ein Bild von ihr aufgestellt.

Jööö...wie herzzerreissend - ja, was ist denn das Ganze sonst, als genau das? Für wie doof haltet ihr die Liechtensteiner?
20 Leute kamen, immerhin - sehr viel mehr werden auch kaum mehr hinter ihr stehen und sich aufgrund ihrer demonstrativen Ignoranz und wegen der gespielten, aufgesetzten Hysterie und Betroffenheit öffentlich zum Gespött machen wollen.
Als ob es um Anstand in der Politik ginge.

Wenn sich jemand bei Kollegen und Volk zu entschuldigen und Busse zu leisten hat, und mehr Anstand bräuchte, dann einzig die übergeschnappte, offenbar grössenwahnsinnige, beratungsresistente Person, die alles verursachte, und auch noch meinte, sie käme mit ihrer grenzenlosen Arroganz durch.

Sie allein hat die Grenze des Anstands überschritten, und zwar weit. Die Kommentare dazu waren viel zu harmlos.

Nochmals ein Dank an die GPK und den Landtag für das gebotene und konsequente Ausmisten!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.09.2019 Antworten Melden
natürlich ist
Georg Kaufmann gemeint
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 04.09.2019 Antworten Melden
Früher hätte man gesagt...Kaufmann ist eine linke Bazille
oder ein Schleimer und Opportunist
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 04.09.2019 Antworten Melden

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