• Eröffnung / Bilanz Provisorium Triesen
    Architekurstudenten hauchten dem leer stehenden Gebäude ein letztes Mal Leben ein.

Treffpunkt schreibt Geschichte

Am Freitag fand im «Provisorium» in Triesen, dem ehemaligen «Sunnamarkt»- Gebäude, ein Kulturtreffen der besonderen Art statt.
Triesen. 

Ein altes Gebäude an der Hauptstrasse in Triesen wartet auf den Abriss. Man kennt es in Liechtenstein, die meisten sind schon oft vorbeigefahren. Für die einen ist es nur ein leer stehendes, altes Gebäude. Viele andere aber haben prägende Erinnerungen an den Platz beim «Sunnamarkt». Für sie ist es ein Ort, wo man sich früher traf, miteinander reden, jassen, singen und ein Theater ansehen konnte. Jetzt wartet der «Sunnamarkt» als letztes Gebäude des ehemaligen Begegnungsplatzes auf den Abriss. 

Fotostrecke: Eröffnung / Bilanz Provisorium Triesen
Eröffnung / Bilanz Provisorium Triesen
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Aufwerten, was da ist: «Es war herrlich!»

Die Architekturstudenten der Uni Liechtenstein hauchten dem leer stehenden Gebäude «Sunnamarkt» im Rahmen eines Semesterprojekts ein letztes Mal Leben ein. Das Abrissgebäude auf dem Heidegger-Gelände wurde für eine Woche als Kulturcafé zu einem temporären Treffpunkt. Das Projekt entstand vor allem durch den Gedanken, Altes neu zu gestalten. Mit dem, was da ist, zu arbeiten und es aufzuwerten, anstatt abzureissen und durch Neues zu ersetzen. «Upcycling» nennen sie solche Vorgänge. Nachdem die Besitzerfamilie Heidegger dem Projekt zugestimmt hatte, stand dem Aufbau des temporären Treffpunktes nichts mehr im Weg. «Wir haben alles gegeben, viel organisiert und Zeit investiert, damit wir das ‹Provisorium› realisieren konnten», so Projektmitglied Simon Egger. Dies hatte sich gelohnt, denn aus der alten Garage, die zuletzt als Dorfladen genutzt wurde, war ein gemütlicher Treffpunkt entstanden. Man konnte spüren, wie viel Herzblut die Studenten in den Aufbau investiert haben. Schön sei vor allem die Erfahrung gewesen, dass Leute, welche in der Nähe wohnten, sich interessierten und gekommen seien, um beim Aufbau zu helfen, freute sich Egger. «Es waren mehr Leute aus der Gemeinde Triesen als Studenten von der Uni da.» Schön sind vor allem aber die vielen Erinnerungen, welche mit dem Projekt hervorgerufen wurden. Denn die Erzählungen von Menschen, welche mit dem Gebäude ver-
bunden waren, dienten den Studenten als Basis. Dadurch geprägt, arbeiteten sie während der Woche an verschiedenen Interventionen, studierten eine dazu passende Performance ein und schrieben Texte an die Wände. An der Eröffnungsfeier am Freitag konnten diese in den verschiedenen Räumen besichtigt werden. 

«Das Areal mit der ‹Sonne› war ein zentraler Punkt»

Im improvisierten Kulturcafé lasen die Studenten Passagen der anonymisierten Interviews vor. «Wenn man zur Weihnachtszeit ins Dorf ging, stand dort der gross beleuchtete Tannenbaum», hiess es dort. «Dahinter war das Restaurant ‹Sunna›, später kam der ‹Sunnamarkt› hinzu. Es war herrlich!», lasen die Studenten aus einem anderen Interview vor. «Da war ein wunderschöner Vorplatz. Ich erinnere mich daran: Es hatte einen Gemüsegarten und einen Rosengarten.» Wieder ein anderer erinnerte sich an die grosse Wiese mit den Bänken und runden Tischen, welche zwischen dem Café und der Garage war. 

«Das Heidegger-Areal mit der Sonne war ein zentraler Punkt in Triesen. Als ich noch klein war, fanden alle Feste beim Sonnenareal statt. Von daher wäre es der ideale Ort gewesen, etwas Zentrales zu machen.» Es sei schade, dass die Gemeinde es verpasst habe, den Platz als zentralen Treffpunkt zu erhalten, sagte jemand.

Die Studenten der Uni Liechtenstein erfüllten diesen Wunsch am vergangenen Wochenende und drehten die Uhr noch einmal zurück. Während der Triesner DJ Mangold Platten auflegte, gab das Duo Balders Ross Schlager aus den 1920ern zum Besten. Für ein letztes Mal wurde das Gebäude belebt, bevor es nun etwas Neuem weichen muss. (no)

15. Dez 2019 / 19:33
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