• Vernissage im Engländerbau Vaduz
    Die mitwirkenden Künstler und Projektpartner aus vier Ländern in der Ausstellung im Engländerbau.  (Daniel Schwendener)

Eine Ausstellung zum Mitmachen

Im Engländerbau ist seit Dienstag ein Projekt zu erleben, das die Fähigkeiten von Künstlern ins Zentrum stellt.

Ziemlich lange sei in der Fachkommission des Engländer­baus diskutiert worden, ob ein Projekt wie «Kunst kann» in den Ausstellungsraum passen würde, erklärte der Vorsitzende Stephan Sude bei der Eröffnungsansprache. Es habe sich die Frage gestellt, ob das Projekt Kunst oder doch mehr Vermittlung sei. Doch schliesslich stimmte die Fachkommission der Ausstellung zu, worüber sich Sude sehr erfreut zeigte. Auch AIBA-Geschäftsführer Stefan Sohler freute sich über die von Erasmus+ unterstützte Ausstellung: «Das ist ein exzellentes Projekt, um die Vielfalt von Erasmus+ zu zeigen.» Bildung und Kunst würden sich hierbei optimal ergänzen. Dass dem so ist, zeigte sich bei dem anschliessenden Ausstellungsrundgang.

Lernparcours, um von Künstlern zu lernen
Insgesamt zwölf Künstler aus vier Ländern hatten den Auftrag, nicht nur ein Kunstwerk zu schaffen, sondern auch eine Station für den Lernparcours zu gestalten. «Dabei geht es darum, von den künstlerischen Kompetenzen zu lernen», erklärte Initiantin und Projektleiterin Dagmar Islitzer-Frick. So könnten künstlerische Erfahrungen erlebt oder auch eingeübt werden. Beispielsweise lässt Arnold Mario Dall’o die Besucher ein Gemälde von Robert Cornelius – das erste Selbstporträt mit einer Kamera – Punkt für Punkt nachzeichnen. Dabei geht es ihm nicht nur um die Erfahrung der «fehlerhaften» menschlichen Hand, sondern auch um die Erfahrung eines anderen Zeitgefühls. Denn mit seiner Maltechnik schaffe Dall’o höchstens 20 Quadratzentimeter pro Tag. Das Trio Katrin Hilbe, Christiani Wetter und Nicolas Biedermann studierte drei Versionen von einer Szene von «Macbeth» ein und nahm diese auf, um die verschiedenen Perspektiven zu erkunden. In dieser Station können die Besucher als Sprechkaraoke jeweils den Gegenpart der Schauspieler einnehmen und sozusagen live Theater spielen. Die Malerin Sung Min Kim präsentiert ein Werk, an dem sie mit Langhaarpinseln mehrere Monate arbeitete. Um ein Gespür für diese Technik zu bekommen, kann die koreanische Malweise mit Langhaarpinseln ausprobiert werden, bei der die zuerst intensive schwarze Farbe schon nach kurzer Zeit wieder verblasst. 

Filmarbeiten, Gedichte, Malerei und Musik
Von Liechtensteins bildenden Künstlern dabei sind einerseits Arno Oehri, der seinen ersten Spielfilm «Der Eidechsenkönig» zeigt und in seiner Lernstation die Besucher auffordert, sich eigene Filmszenen auszudenken. Und andererseits Martin R. Wohlwend, der zwei kurze Filme aus den Stollen zwischen Nord- und Südkorea zeigt und die Besucher anleitet, ihre aktuellen Emotionen auf Stoffbänder zu schreiben. Des Weiteren können bei Lyrikerin Maria Seisenbacher aus 60 Wörtern eigene Gedichte gestempelt werden, bei Clemens Salesny auf der Cracklebox elektronische Klänge erzeugt und bei Cornelia Lochmann persönliche Collagen angefertigt werden. Und Marco Schmitt, der sich unter anderem als Kunstfigur aus Pappe inszenierte, will die Besucher mittels Hypnoseanleitung ins Unbewusste führen. 

So vielfältig die ausgestellten Arbeiten sind, so unterschiedlich sind auch die gestellten Lernaufgaben. Würde man wirklich alle Stationen gemäss Anleitung durchlaufen, wäre man locker zwei Stunden beschäftigt. Zwei Stunden, die sicher weniger sinnbringend verbracht werden könnten. (mk)

Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet.

13. Aug 2020 / 16:53
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