• Info S Bahn, Schaan
    Vorsteher Daniel Hilti und Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch sind sich in Bezug auf die S-Bahn einig: «Sie ist nicht der einzige, aber ein erster wichtiger Schritt.»  (Tatjana Schnalzger)

«Nutzen, was ohnehin bereits vorhanden ist»

Wenn jemand weiss, wie lange Infrastrukturprojekte dauern, dann die Schaaner. Aber kommt ihnen die S-Bahn nun doch zu schnell?

Die Bahn fährt zwar heute schon durch Schaan – und entsprechend sind auch die Schranken immer mal wieder geschlossen. Dennoch betrachten viele die mögliche Realisierung der S-Bahn mit Argwohn. Gross ist die Angst, dass die Schranken künftig noch öfter geschlossen sind. Und dass sich der Verkehr dann noch mehr staut. Ob Regierung, Vorsteher und weitere Fachpersonen die Schaaner davon überzeugen konnten, dass diese Angst unbegründet ist und für die Gemeinde unabhängig von der Realisierung der S-Bahn bereits nach Lösungen gesucht wird, wird sich spätestens am 30. August an der Urne zeigen. Für die Politik und die Verkehrsexperten ist aber klar: Die S-Bahn ist ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und bevor in andere Infrastrukturprojekte investiert wird, sollte genutzt werden, was ohnehin bereits vorhanden ist: Die Schiene.

Vorsteher hofft auf klares Ja

Ein Leserbrief, der vor Kurzem erschienen ist, scheint die Referenten des gestrigen Abends besonders beeindruckt zu haben. Nämlich jener, der besagt, dass man schwimmen nur im Wasser lernt. Genauso wie ein Kind auch erst Fahrrad fahren lernen wird, wenn es ein Fahrrad hat. Diesem Beispiel folgend könne man auch nicht verlangen, dass die Pendler erst umsteigen, bevor eine S-Bahn realisiert werde. «Es hat sage und schreibe 40 Jahre gedauert, bis wir eine Entlastungsstrasse mit einer Länge von 1,5 Kilometern Länge bauen konnten – und das im freien Feld. Deshalb sind wir nun gut beraten, Ja zu einem Projekt zu sagen, das zeitnah und mit verhältnismässig grossem Aufwand realisiert werden kann», hofft der Schaaner Vorsteher Daniel Hilti auf ein «grosses und umfassendes» Ja an der Urne. «Wenn wir nun wieder Nein sagen, wird es erneut einen jahrzehntelangen Stillstand im Verkehrsbereich geben», ist er überzeugt. 

Von der Autobahn direkt auf einen Feldweg …

«Früher war die Bahn eine wichtige Verbindung. Doch heute profitieren wir leider nicht mehr von ihr», bedauert Markus Verling, ehemaliger Leiter des Amtes für Bau und Infrastruktur sowie Mitglied der Verhandlungsdelegation mit Österreich. Es sei ja nicht die Idee, von morgens bis abends einen Halbstundentakt einzuführen – obwohl dies möglich wäre. In einer ersten Phase mache es aber mehr Sinn, den Halbstundentakt nur in den Spitzenzeiten bzw. für die Pendler zu betreiben. Daniel Oehry, Vorsitzender der Mobilitätsgruppe der LIHK, beschrieb das Bahnproblem wie folgt: «Durch Feldkirch führt eine vierspurige Autobahn – in Nendeln wechselt der Verkehr dann auf einen Feldweg. Und ab Buchs wechselt er wieder auf eine vierspurige Autobahn.» Will heissen: Der Verkehr für die Pendler wird in Liechtenstein massiv «gebremst». 22 000 Pendler kommen jeden Tag nach Liechtenstein. Und dass diese heute nicht auf die Bahn umsteigen würden, liege daran, dass die nötigen Verbindungen nicht vorhanden seien. «Wenn ich aber Kapazität schaffe, wird sie auch genutzt. Und das ist keine Glaubensfrage.» (dv)

29. Jun 2020 / 22:41
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