• Jonny Beck in Triesenberg
    Wassermeister Jonny Beck auf Kontrollgang: Fünf Quellen, mehr als 100 Kilometer Wasserleitungen und rund 220 Mio. Liter Wasser fliessen sozusagen durch seine Hände.  (Daniel Schwendener)

Frisches Quellwasser frei Haus geliefert

Bei wem Wasser aus Triesenberg aus dem Hahn sprudelt, ist ein Glückspilz. Frischer gibt’s kein Wasser im Land.

Während andere mühsam Wasser schleppen, drehen die Triesenberger an ihren Wasserhänen und Quellwasser sprudelt in rauhen Mengen – und das Ganze auch noch für rund 0,1 Rappen pro Liter. Dabei hängen die Preise nicht einmal vom Börsengang eines Mineralwasserherstellers ab, sagt Jonny Beck, Wassermeister der Gemeinde Triesenberg. Der Wassermeister weiss um die Sorgen, die ab und an seine Kollegen im Tal beschäftigen, und schätzt sich glücklich, dass am Berg kein Ackerbau betrieben wird und somit auch die Mikrobiologie- und Pestizidproben durchwegs einwandfrei sind. 

Wasser aus der Schneeflucht fürs Schloss

«Wir haben reinstes Quellwasser und sind in der glücklichen Lage, dass wir unseren Überschuss nach Triesen und Vaduz weiterleiten können» so Beck. Aus dem Reservoir in der Schneeflucht in Malbun führt eine Wasserleitung der Gemeinde Vaduz direkt in die Residenz, am Schloss vorbei. Dann trinkt die Fürstenfamilie ebenfalls Malbuner Wasser? So ist es, sagt Jonny Beck. Das Schloss werde mit Quellwasser aus Malbun versorgt. Das Wasserleitungsnetz der Gemeinde Triesenberg ist mehr als 100 Kilometer lang und damit das längste des Landes, da es das gesamte Feriengebiet ebenfalls abdeckt. Beck ist Herr über fünf Quellen und liefert jährlich rund 220 Mio. Liter Wasser bester Qualität frei Haus. Wie viele Liter verbraucht denn so ein durchschnittlicher Haushalt in Triesenberg an Wasser? «Rund 50 Kubik pro Person und Jahr», weiss Beck. 

Selbst im Hitzesommer genügend Quellwasser

Probleme mit der Wasserversorgung habe es glücklicherweise selbst in Hitzesommern wie im Jahr 2018 nie gegeben. Teilweise müsste man das Wasser dann mit Tankwagen auf die Alpen führen oder sogar fliegen, aber auch das bringt den Wassermeister nicht aus der Ruhe.

In diesem Jahr gab es bereits mehr frisches «Bärger-Wasser» fürs Tal. Die abrupte Schliessung der Ferienresidenzen und Touristenbetten in Malbun Mitte März hat den Wasserverbrauch im Alpengebiet um rund 150 Kubik pro Tag reduziert und die Nebensaison früher als erwartet eingeläutet. Zu Beginn der Coronazeit ging die Jagd auf Toilettenpapier los, dabei war frisches Trinkwasser viel weniger im Fokus, obwohl es nicht weniger wichtig ist, wenn nicht sogar das Lebensnotwendigste. «Das ist so, ohne Wasser überleben wir keine drei Tage» so Beck. In einem Haushalt sollte man pro Person mindestens einen Tag lag Trinkwasser auf Vorrat haben. Dabei müsste man nicht einmal einkaufen, sondern lediglich Hahnenwasser in Flaschen abfüllen. (nb)

05. Jul 2020 / 10:00
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
19. September 2020 / 12:35
19. September 2020 / 15:46
18. September 2020 / 21:54
19. September 2020 / 11:00
Meistkommentiert
16. September 2020 / 08:28
10. September 2020 / 10:08
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Facebook
Top