• Es wird eingeheizt – gezeigt werden die gängisten Heizsysteme in Liechtenstein.  (iStock)

Wohlig warm und einfach gemütlich

Die Tage werden kälter und nicht mehr lange, dann hält der Winter Einzug in die Region. Wenn es draussen kalt und ungemütlich ist, freut sich jeder auf ein warmes Zuhause. Das bedeutet, die Heizungsregler werden in den kommenden Tagen und Wochen immer öfter bewegt – je nach Aussentemperatur – und die Systeme sorgen für eine angenehme Raumtemperatur. Die Heizungen ­arbeiten im Hintergrund auf Hochtouren – welche unterschiedlichen Systeme für Wärme sorgen und ­einige hilfreiche Informationen für alle, die eine neue Heizung suchen, sind auf den folgenden Seiten zu ­finden.

Es gibt etliche Heizsysteme, die alle ihre Berechtigung haben. Bei der Wahl der passenden Heizung kommt es auf unterschiedliche Kriterien an. Beispielsweise auf das Alter des Hauses und den Baustandart, die Lage und Umgebung, die Effizienz und die gewünschte Heiz­methode. Die eine richtige Lösung gibt es nicht. Und so finden sich in Liechtenstein Holzheizungen, Ölheizungen, Gasheizungen, Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke und auch Systeme, bei denen die Wärme­gewinnung extern passiert und anschliessend ins Haus transportiert wird. Dazu ­zählen Fernwärmenetze.

Wenn Öl zum Heizen genutzt wird
Während sich Ölheizungen vor einigen Jahrzehnten noch grosser Beliebtheit erfreuten, gehen sie in den letzten Jahren deutlich zurück. Das hat zum einen damit zu tun, dass der fossile Brennstoff Öl in der heutigen Zeit hinsichtlich der Umweltfreundlichkeit nicht mehr so beliebt ist. Aber auch deswegen, da eine Ölheizung relativ gross ist und viel Platz benötigt. Auf der anderen Seite ist eine Ölheizung besonders in älteren und nicht so gut isolierten Häusern eine gute Variante, da die Effizienz hoch ist. Aus diesem Grund werden in einigen Fällen bei Sanierungsarbeiten immer noch Ölheizungen eingebaut oder instand gehalten. Ausserdem kann eine Ölheizung auch eine gute Übergangslösung sein, wenn ein Haus noch für einige Jahre bestehen soll, bevor es abgebrochen wird, aber keine grossen Investitionen getätigt werden sollen.

Gasheizung – effizient und günstig
Die Gasheizung verwendet wie auch eine Ölheizung fossile Brennstoffe. Sie hat jedoch etliche Vorteile gegenüber einer klassischen Ölheizung. So ist sie viel platzsparender und unkompliziert zu bedienen. Ausserdem sind die Anschaffungskosten relativ gering und das Gasversorgungsnetz ist in den Gemeinden in Liechtenstein gut erschlossen. Ausserdem sorgt der technische Fortschritt dafür, dass die heutigen Anlagen mit modernster Kondensationstechnik ausgerüstet sind und somit eine maximale Energieausbeute ermöglichen. Bei Sanierungen und Neubauten sind zudem unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten gegeben. So kann eine Gasheizung mit einem Wärmepumpenboiler kombiniert werden, der mittels der warmen Innenraumluft das Brauchwasser aufheizt und so für Warmwasser sorgt.

Wärmepumpen – die moderne Art zu Heizen
Wärmepumpen zählen momentan zu den beliebtesten Heizsystemen, die bei einer ­Sanierung oder einem Neubau verwendet werden. Dabei lassen sich grob drei verschiedene Varianten unterscheiden: die Luftwärmepumpe, die Grundwasserwärmepumpe und die Erdsondenwärmepumpe. Alle drei funktionieren nach demselben Prinzip. Sie entziehen ihrer Umgebung Energie in Form von Wärme und nutzen diese zum Beheizen des Hauses. In der ­Anschaffung sind die Wärmepumpen ­relativ teuer. Jedoch amortisieren sich die Kosten bereits nach einigen Jahren, da die laufenden Kosten besonders gering sind. 
Die Luftwärmepumpe nutzt dabei die ­Umgebungsluft. Sie ist vor dem Haus installiert und arbeitet mit einer Art Ventilator, um der Umgebungsluft die Energie zu entziehen. Jedoch gibt es bei ihr zwei grosse Punkte zu beachten. Zum einen erzeugt sie einen gewissen Lärm und ist deshalb nicht überall einsetzbar. Beispielsweise, wenn das Nachbarhaus besonders nah an der Wärmepumpe liegt, kann der Lärmpegel die Nachbarn stören. Zum anderen ist die Effizienz der Luftwärmepumpe stark von der Aussentemperatur abhängig. In den kalten Wintermonaten kann die Wärmegewinnung zurückgehen und die Wärmepumpe stösst bei tiefen Minusgraden irgendwann an ihre Grenzen. Im Flachland stellt das in der Regel jedoch kein Problem dar. 
Die Grundwasserwärmepumpe bezieht die Heizwärme aus dem Grundwasser. Deshalb sind für sie Bohrungen ins Erdreich von­nöten. Dabei ist jedoch darauf zu achten, dass solche Bohrungen nicht überall möglich sind. Entweder, weil der Untergrund dies aufgrund von Fels und Gesteinen nicht zulässt, oder aber wegen des Zonenplans. In Liechtenstein ist jedes Grundstück einer bestimmten Zone zugeteilt und nicht in ­allen Zonen sind Bohrungen erlaubt. Aus diesem Grund sind bei Grundwasser­wärmepumpen geologische Gutachten und eine intensive Planung notwendig.
Die Erdsondenwärmepumpe als dritte Variante entzieht dem Erdreich die Wärme und heizt damit das Haus. Eine Erdsonden­wärmepumpe benötigt dazu ausreichend Platz. Denn im Garten werden mehrere kleine Bohrungen gemacht, um Sonden im Erdreich zu versenken. Bei Grundstücken mit einer relativ kleinen Grundfläche im Verhältnis zum Haus, kann die Effizienz einer Erdsondenwärmepumpe eventuell nicht gewährleistet werden.
Wärmepumpen lassen sich ideal mit ­einer Photovoltaikanlage kombinieren, welche die Sonnenenergie direkt in Strom umwandelt und damit die Wärmepumpen antreibt. Ausserdem bieten moderne ­Wärmepumpen auch die Möglichkeit, ­neben einer heizenden Funktion auch kühlend zu wirken. So kann im Sommer die Wärmepumpe als eine Art Klimaanlage genutzt werden.

Die ursprüngliche Form des Heizens
Holzheizungen sind die ursprünglichste Form des Heizens. In der heutigen Zeit gibt es zwar noch einige Holzheizungen, diese werden aber nicht alle für das Beheizen des Hauses genutzt, sondern oft auch zum Zuheizen oder für Feuer mit Atmosphäre. Dabei gibt es die klassische Holzheizung, bei der Holzscheite direkt in den Ofen gegeben werden. Daneben gibt es die Pelletsheizung und den Hackschnitzelkessel, die einen ähnlichen Komfort wie eine Öl- oder Gasheizung bieten – der Betrieb läuft völlig automatisch ab. Ein Holzvergaserkessel wird hingegen einmal von Hand bestückt und brennt dann über mehrere Stunden aus. Die Wärme kann über einen längeren Zeitraum genutzt werden. Der grosse Vorteil von Holzheizungen ist, dass dabei regionale Ressourcen genutzt werden können und somit die graue Energie besonders gering ist. Die Klimabilanz von Holzheizungen ist ebenfalls gut. Denn das CO2, das beim Verbrennen frei wird, entspricht genau der Menge an CO2, die von den Bäumen während des Wachstums gespeichert wurde. Jedoch ist der Platzbedarf je nach Heizungsart etwas grösser.

Wärme von ausserhalb
Eine gute Möglichkeit, die in den letzten Jahren immer öfter genutzt wird, ist die externe Wärmeerzeugung zur internen Beheizung. Dafür stehen den Hauseigentümern Fernwärmesysteme zur Verfügung. Diese verfügen jeweils über eine zentrale Wärmeerzeugung, die mit verschiedenen Energiequellen betrieben werden kann. Die grössten Vorteile sind dabei, dass kein Platz im Haus für eine Heizung aufgewendet werden muss. Und ausserdem muss sich der Hauseigentümer nicht um die Wartung und Instandhaltung der Anlage kümmern, da diese ja ausser Haus liegt. 
Aber nicht alle Wohngebiete sind von solchen Netzen erschlossen. Beispielsweise bietet die Kerichtverbrennung in Buchs die Möglichkeit des Fernwärmebezugs und auch die LGV betreibt in einigen Gemeinden ein Fernwärmenetz. Ein Nachteil ist, dass der Kunde in der Regel keinen Einfluss darauf hat, wie am externen Standort die Wärme erzeugt wird. Es zahlt sich deshalb aus, sich vorab darüber zu informieren, mit welchen Heizsystemen ein Fernwärmenetz arbeitet.

Die Sonne als Energiequelle nutzen
Solaranlagen waren vor einigen Jahren ­besonders gefragt, die Installationen gehen aber in der letzten Zeit eher zurück. Die Kunden entscheiden sich öfters für Photovoltaikanlagen, bei denen direkt Elektrizität erzeugt wird. Mit dieser Energie ­können Heizungen angetrieben, elektronische ­Geräte im Haus versorgt werden und überschüssiger Strom kann ins Netz eingespeist werden, was sich auch noch positiv auf den Geldbeutel auswirkt. Bei der Wahl der richtigen Heizmethode ist es entscheidend, sich einen Überblick über alle Kriterien und Anforderungen zu ­machen und sich umfassend zu informieren. Bei der Entscheidung kann es hilfreich sein, einen Profi zu Rate zu ziehen. Dieser kennt sich mit allen Bestimmungen und Möglichkeiten bestens aus und kann ­wichtige Tipps geben, die eine Entscheidung erleichtern. (lat)

09. Okt 2018 / 06:21
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