• Klare Einteilung, klare Linienführung: Küche mit hochwertigen Lackfronten und eingefrästen Griffleisten, farblich abgesetzt.  (Movanorm AG)

Die Zukunft ist heute schon Realität

Einer der wichtigsten Räume beim Hausbau ist die Küche. Zum einen deshalb, weil sie oft genutzt wird und man dort viel Zeit verbringt. Zum anderen aber auch, weil gerade dieser Raum ideal auf die Kunden zugeschnitten sein sollte: Beim Kochen hat jeder andere Vorlieben, wie die Sachen verstaut sein müssen, wo was zu finden sein soll und wie die genauen Abläufe vonstattengehen. Auch die Grösse der Arbeitsflächen, die Ausstattung und die Position der einzelnen Geräte spielen eine wesentliche Rolle. Denn eine Küche muss genau den jeweiligen Bedürfnissen der Kunden entsprechen.

Bereits in der Planungsphase machen sich die Bauherren gemeinsam mit dem Architekten Gedanken über die Küche, deren Grösse und Ausstattung. Dementsprechend wird der Raum auch im Budget eingeplant. Als Hausbauer muss man sich aber auch schon früh Gedanken darüber machen, wie die Küche eingeteilt werden soll, und wo die Geräte stehen werden. Denn bereits im Rohbau werden die Leitungsschächte eingeplant und später bei der Elektroinstallation die Kabel gezogen. Auch die Raumaufteilung ist in einer frühen Phase der Planung ein wesentliches Thema. Soll es ein abgeschlossener Raum sein, eine Wohnküche oder ein offener Raum, verbunden mit dem Wohnzimmer? Wird es eine Kochinsel geben und wenn ja, was soll darin enthalten sein? Der Trend geht ganz klar weg von kleinen Küchen hin zu Wohnküchen oder verbundenen Küchen-Wohnzimmer-Varianten. Optisch sind die offenen Räume natürlich sehr ansprechend und modern, aber auch eine Wohnküche hat ihre Vorteile. Wer Dämpfe und Gerüche lieber von den anderen Räumen fern halten möchte, entscheidet sich vielleicht eher für einen abgeschlossenen Raum. Während die Eckpunkte zu einem frühen Zeitpunkt bereits fixiert sind, werden die Details erst später bei der Besprechung mit den Küchenbauern genau bestimmt.

Grösse und Ausstattung sind massgeblich
Damit sich der Küchenbauer ein genaues Bild von den Vorstellungen der Kunden machen kann, ist eine Vorbesprechung natürlich unerlässlich. «Einige Kunden kommen zu uns und haben genaue Vorstellungen davon, wie der Raum aussehen könnte. Andere haben sich noch nicht festgelegt und suchen bei uns Beratung», weiss Michael Schädler von Movanorm. Das Internet spielt dabei eine entscheidende Rolle – immer mehr Kunden informieren sich vorab, finden Bilder von Küchen, die ihnen gefallen, und bringen diese zu Besprechungen mit.
Heutzutage hat eine klassische Küche für ein Einfamilienhaus eine Küchenzeile mit einer Länge von 3,6 bis 4 Metern und wird ergänzt durch eine 2 bis 3 Meter lange Insel. Bei den Elektrogeräten gehören ein Kühlschrank, Backofen, Geschirrspüler, Dampfabzug und Kochfeld zur Grundausstattung. Die weitere Ausstattung hängt von den Vorstellungen der Kunden ab. «Der Trend geht klar zu einem Zweitgerät neben dem Backofen, beispielsweise zu einem Steamer oder einer Wärmeschublade», weiss der Profi. Zum anderen ist aber auch die räumliche Aufteilung ein Kriterium. Wenn beispielsweise noch eine Speisekammer oder ein Kellerabteil vorhanden sind, können die Lebensmittel dort gelagert werden, und auch der Gefrierschrank muss nicht in der Küche untergebracht werden. In anderen Fällen wird der Stauraum integriert. Und nicht zuletzt ist das Budget entscheidend. Für eine Küche in einem Einfamilienhaus müssen leicht 25 000 bis 35 000 Franken eingeplant werden.

Vorstellung und Realität treffen sich
Im Vorgespräch mit den Bauherren kann sich der Küchenbauer ein genaues Bild von den Vorstellungen der Kunden machen und auf Grundlage dessen einen Plan erstellen. Neben der Ausstattung spielen die Farben und verwendeten Materialien ebenfalls eine wichtige Rolle. In den letzten Jahren liegen besonders Küchenmöbel in sanften und natürlichen Erdtönen im Trend. Um dem Raum einen modernen Charakter zu verleihen, werden diese durch schlichte Griffe ergänzt. Hierbei liegen Metallgriffe in Messing- und Bronzefarben besonders im Trend. Auch schwarze und dunkel mattierte Griffe kommen immer öfters zur Anwendung. Etliche Hausbauer entscheiden sich jedoch auch für grifflose Küchenmöbel. Die Oberflächen der Fronten sind oftmals beschichtet oder in der Wunschfarbe lackiert, diese können jedoch auch aus Beton, Metall oder Glas bestehen. Das Zauberwort dabei heisst «Kombination». Nur selten besteht eine Küche aus nur einem Material und einem einheitlichen Look. Es soll Kontraste geben und unterschiedliche Materialien sollen miteinander verbunden werden. Besonders das Holz findet wieder Einzug und ersetzt den sterilen Look, der noch vor einigen Jahren gefragt war. Bei der Arbeitsfläche entscheiden sich immer mehr Bauherren für eine Quarzkompositplatte oder eine Keramikplatte. Diese vereinen die Natursteinoptik mit den speziellen, robusten Eigenschaften einer Keramikoberfläche.

Produktion «in Time»
Damit sich die Bauherren ein Bild von der künftigen Küche machen können, wird diese anschliessend mittels Planungsprogrammen visualisiert. Erst in einer 3D-Ansicht können sich die Kunden eine genaue Vorstellung davon machen, wie die einzelnen Farben wirken und wie die Proportionen sein werden. Wenn die Traumküche definiert ist, muss noch der zeitliche Ablauf geregelt werden. Die Küche wird schliesslich pünktlich auf den Termin fertiggestellt und zum vereinbarten Zeitpunkt ins künftige Traumhaus gebracht.

Die moderne Hightech-Küche kann fast alles
Der Begriff «Smarthome» spielt heutzutage eine wichtige Rolle, nicht nur in Bezug auf die Heizung oder die Lichter, sondern auch in der Küche. Modernste Küchengeräte sind heute schon Computer, die fast alles alleine erledigen – sie verlangen dem Besitzer nur noch einen Knopfdruck ab. Einstellungen wie Ober- oder Unterhitze und Temperatur bei Backofen werden je länger, je mehr durch andere Programme ersetzt. Der Koch wählt das Programm «Pizza» für Pizzas und für ein tolles Filet die Einstellung «Niedergaren». Alles andere macht der Backofen. Er kontrolliert während des Prozesses ständig die Temperatur sowie die Luftfeuchtigkeit und passt die Einstellungen entsprechend an. Ähnlich verhält sich das Kochen am Kochfeld. Der Koch startet das gewünschte Programm, den Rest übernimmt das System. Über Sensoren in der Kochplatte merkt der Computer, wenn das Wasser einen Topf leicht zum Vibrieren bringt und deshalb die Temperatur heruntergedreht werden muss. Und über Bluetooth können Fleischthermometer verbunden werden, die den Garpunkt von Steaks optimal beurteilen. Der entstehende Dampf und Rauch wird dabei nicht mehr von einem grossen Dampfabzug an der Decke eingezogen, an dem sich jeder mehrmals beim Kochen den Kopf stösst. Der Dunstabzug ist im Kochfeld integriert und zieht alles nach unten ein. Damit das Wasserkochen nicht so lange dauert, spendet der Wasserhahn neben normalem Leitungswasser auch kochendes Wasser – möglich macht das ein kleiner integrierter Boiler. Und wer Lust auf Mineralwasser hat, dreht einfach an einem anderen Rad am Wasserhahn und schon sprudelt das gekühlte Mineralwasser heraus. Beleuchtet wird eine moderne Küche natürlich von LEDs – dimmbar und die Farbe kann frei gewählt werden. Was nach Science-Fiction klingt, ist bereits heute Realität und in jeder Küche möglich.

Die Entscheidung fällt nicht leicht
In puncto Küche gibt es so viele Punkte zu beachten und Entscheidungen zu treffen, dass es nicht einfach ist, für ein fiktives Haus alle durchzuspielen. Denn besonders das Budget ist hierbei entscheidend. Welche Materialien sollen verwendet werden? Für welche Marken entscheidet man sich bei den Elektrogeräten und was müssen sie können? Soll das Kochfeld aus Glaskeramik sein oder doch Induktion? Wie viele Schränke und Schubladen soll die Küche haben?
Das A und O bei der Auswahl sind die eigenen Vorstellungen und die Kompromisse, die man vielleicht eingehen kann oder auch nicht will. Darüber hinaus ist es wichtig, sich vom Architekten und den Küchenbauern genau informieren zu lassen, und auf deren Erfahrung zu bauen. (lat)

03. Sep 2019 / 04:00
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