• Holz Park, Schaan
    Ein Fussboden aus Holz sorgt für ein gemütliches Raumklima.  (Tatjana Schnalzger)

«Der Boden, auf dem das Leben stattfindet»

Nachdem wir die Keramikplatten für das Badezimmer, das Gäste-WC und den Eingangsbereich gefunden haben, schauen wir uns für das fiktive Haus nach ­einem Boden für das Wohnzimmer, die Schlafräume und die restlichen Zimmer um. Holz schafft Wärme und gibt Geborgenheit – also lassen wir uns im Holz-Park in Schaan über die ­verschiedenen Möglichkeiten eines Holzbodens informieren.
Von Andreas Laternser. 

Holzfussboden ist nicht gleich Holzfussboden – das merken wir schnell, als wir in der Ausstellung im Holz-Park in Schaan von Berater Dani Schmid herumgeführt werden. «Wer zu uns kommt, hat in vielen Fällen schon ganz konkrete Vorstellungen davon, was er haben möchte. Wir bieten Böden aus Laminat, Vinyl und Parkett. Je nachdem, wie gross das Budget der Kunden ist und für welche Räume sie einen Boden suchen, hat entweder das eine oder das andere Material seine Vorzüge oder Nachteile», erklärt der Fachmann. Preislich verhält es sich bei allen drei Möglichkeiten wie bei den Keramikplatten: je grösser die Formate sind, umso teurer wird der Boden pro m2.

Nicht alles ist reines Holz
Eine entscheidende Frage, die sich jeder Hausbauer zu Beginn stellen muss, ist, ob der Boden wirklich aus Holz sein muss, oder die Struktur nur optisch simulieren soll. Der Preis von Parkettböden liegt über Vinyl und Laminat, sie bestehen jedoch zu 100 Prozent aus Holz und haben dementsprechend auch die typischen Eigenschaften von Holz. Ein Parkettboden fühlt sich sehr warm und natürlich an. Ausserdem gibt es ihn in unterschiedlichen Designs und Arten, er ist also optisch vielseitig. Wer sich für Parkett entscheidet, kauft etwas für 20 Jahre oder mehr. Nicht nur, weil Parkett sehr beständig ist und auch relativ einfach wieder aufbereitet und renoviert werden kann, sondern weil es einfach zu teuer ist, Parkett nach kurzer Zeit wieder auszuwechseln. Kratzer und andere Gebrauchsspuren gehören zur Natürlichkeit des Holzes und stellen eigentlich keinen Nachteil dar. Ausserdem kann Holz im Laufe der Zeit seine Farbe verändern – beispielsweise lässt starke Sonneneinstrahlung den Boden ausbleichen. Aber genau diese Punkte machen das Parkett so speziell – der Boden bekommt seine eigene Patina. «Preislich beginnen wir beim Parkett bei etwa 50 Franken pro m2, wobei der Preis natürlich stark vom Format und der Holzart abhängig ist», erklärt Dani Schmid. 
Wer etwas günstiger fahren möchte, für den ist Laminat eine ideale Alternative. Bereits ab unter 20 Franken pro m2 bietet Holz-Park unterschiedlichste Klicklaminatlösungen für die Wohnräume. Optisch lässt sich der Boden nur schwer von reinem Parkett unterschieden, denn die Maserungen und Designs imitieren reines Holz fast perfekt. «Technisch besteht ein Laminat aus mehreren Schichten. Auf eine hochverdichtete Trägerplatte (HDF) wird eine Holzdekorfolie aufgebracht. Zum Schutz ist auf dem Dekor ein abriebfestes und wasserundurchlässiges Overlay», präzisiert Schmid. So ist der Laminatboden sehr robust und einfach zu reinigen. Als Nachteil könnte das Laufgefühl angeführt werden. Laminat ist nicht so warm wie Parkett und auch lauter – dafür deutlich günstiger. 

Holzoptik mit weiteren Vorteilen
Im Bezug auf den Preis stellt das Vinyl eine Zwischenstufe dar. Zwischen 40 und 80 Franken muss ein Hausbauer pro m2 rechnen, wenn er sich für einen Vinylboden entscheidet. Dann bekommt er jedoch einen wasserfesten, trittleisen und robusten Untergrund, der wie Laminat auch farbecht ist. Das bedeutet, die Farbe und das Design verändert sich im Laufe der Zeit nicht. Wer jedoch auf der Suche nach einem Naturprodukt ist, für den ist Vinyl nicht das Richtige. Denn hierbei werden natürlich Materialien nur nachempfunden und künstlich kopiert. Dafür ist Vinyl äusserst beständig, unempfindlich und für jede Anwendung bestens geeignet. 

Für Laien wie uns sind die drei Varianten optisch kaum zu unterscheiden. Wie auch alle anderen Hausbauer müssen wir uns die Frage stellen, welche Einstellung wir zu Holz haben. Im Hinblick auf ein durchschnittliches Budget entscheiden wir uns für Parkett im Wohnbereich und den Gängen und Laminat in den einzelnen Zimmern. Der Vorteil dabei ist, dass wir das Wohnzimmer optisch vergrössern können, wenn das Parkett vom Gang in den Wohnbereich übergeht. «Beim Material ist Eichenholz im Moment das Mass aller Dinge. Es ist hart, robust und kann farblich auf die Kundenwünsche angepasst werden», weiss der Profi von Holz-Park. Vinylböden und Parkett können entweder schwimmend verlegt oder fest verklebt werden. Da wir Übergangs- und Abschlussleisten möglichst vermeiden möchten, zugunsten von offenen Räumen, entscheiden wir uns für die vollflächig verklebte Variante.
Etwas gilt es natürlich noch zu beachten: Der Kauf ist bei Parkett, Vinyl und Laminat genau wie bei den Keramikplatten auch preislich nur der erste Schritt. Hausbauer müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Boden auch noch verlegt werden muss und das zusätzlich ins Budget geht. Je aufwändiger ein Boden zum Verlegen ist, desto teuer wird er schliesslich. Ein Fachmann berät seine Kunden beim Bodenkauf jedoch auch in diesem Punkt.

10. Mai 2019 / 16:33
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