• plumbing and tools lying on drawing for repair
    Mit dem Innenausbau werden auch die gesamten Sanitärinstallationen ausgeführt.  (iStock)

«Das Haus ­ bekommt Adern»

Ein Haus ohne Heizung ist hierzulande wohl kaum vorstellbar. Da unser fiktives Einfamilienhaus im Winter beheizt werden soll und jederzeit Warmwasser aufbereiten soll, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, ein Heizsystem auszusuchen, die sanitären Anlagen einbauen zu lassen und das Haus mit einer Lüftung auszustatten.
Von Lars Beck. 

Geht man vom derzeitigen Standpunkt aus, wählen die meisten Bauherren heutzutage eine Luftwärmepumpe als Heizsystem. Das ist natürlich eine clevere Alternative zu fossilen Heizsystemen, gerade auch im Hinblick auf die gegenwärtige Klimadiskussion. Trotzdem: Eine Luftwärmepumpe ist besonders in der Anschaffung teurer als beispielsweise eine Gasheizung. Doch beim Aspekt Ökologie entscheiden sich viele Bauherren für die umweltfreundliche Variante. «Eine Gasheizung inkl. der Wärmeverteilung kostet etwa 28 000 Franken. Für eine Luftwärmepumpe muss der Bauherr tiefer in die Tasche greifen, denn die Kosten belaufen sich auf rund 40 000 Franken», erklärt Thomas Vogt, Geschäftsführer der Ernst Vogt AG in Balzers. Doch wer sich für 
eine Luftwärmepumpe entscheidet, erhält vom Land einen Förderbeitrag von circa 7000 Franken. Der genaue Förderbetrag ist abhängig von der beheizten Fläche. Ausserdem muss den Bauherren bewusst sein, dass  bei einer Luftwärmepumpe niedrigere Energiekosten anfallen. «Langfristig lohnt sich eine Luftwärmepumpe, da sie wartungsarm ist und ohne fossile Brennstoffe auskommt», resümiert Vogt. Die kostengünstigere Variante der Heiz- und Sanitärinstallationen für ein ­einfaches Einfamilienhaus belaufen sich ­gemäss Thomas Vogt auf rund 45 000 Franken. Für die Planung der ­Heizungs- und Sanitärinstallationen ohne kontrollierte Lüftung kommen über den Daumen gepeilt nochmals 8000 Franken auf den Bauherrn zu.

Teurere Varianten möglich
Je nach Gebäudevolumen summieren sich auch die Kosten für ein Einfamilienhaus. Nebst Luftwärmepumpe und Gasheizung gibt es noch andere Heizsysteme auf dem Markt. Eines davon ist das Heizen über die Erdsonde. Sie ist zwar etwas teurer, dafür ist sie leiser als eine Luftwärmepumpe. Auch Holz ist eine CO2-neutrale Alternative, aber für viele ist das kein Thema, da dies etwas Arbeitsaufwand mit sich bringt. «Ölheizungen sind im Neubau fast ganz verschwunden. Sie kommen nur noch zum Einsatz, wo durch die vorherrschenden Gegebenheiten kein anderes Heizsystem realisierbar ist», führt der Geschäftsführer der Ernst Vogt AG weiter aus.

Unser fiktives Einfamilienhaus bekommt also eine Luftwärmepumpe. Betrachtet man deren Wirtschaftlichkeit, so liegen die Energiekosten tiefer und der Umweltaspekt wird auch erfüllt. «Ausserdem ist eine Luftwärmepumpe gut kombinierbar mit einer Fotovoltaik-Anlage. Über das Jahr hinaus kann damit gut der Stromverbrauch im Haus abgedeckt werden». Was selbst nicht verbraucht wird, wird ins Stromnetz eingespeist. Besonders in der Wohnzone kann eine Luftwärmepumpe grössere Lärmemissionen erzeugen. Die Heizeffizienz ist bei einer Erdsonden-Wärmepumpe und bei der Grundwasserpumpe zwar höher, aber auch die 
Investitionskosten dafür. Die Bauherren entscheiden sich in der Regel nach ökologischem Aspekt und der Wirtschaftlichkeit. Gewisse Heizsysteme benötigen mehr Platz als andere. Es sind also verschiedene Faktoren, die sich auf die Wahl der Heizung auswirken.

Komfortlüftung ist heute Standard
Was die Belüftung der Räume betrifft, zeigt uns Thomas Vogt auf, was machbar ist. «‹Gefangene› (d. h. nur durch andere Zimmer erschlossene) Räume können mit einfachen Ventilatoren für die Abluft ausgestattet werden. Mit einer kontrollierten Lüftung wird jeder Raum gelüftet. Es entstehen somit keine Wärmeverluste durch Lüften». Für eine Lüftung inklusive Planung muss mit 18 000 bis 20 000 Franken gerechnet werden. «Wer eine Komfortlüftung installieren lässt, hat auch kein Schimmelproblem. Häuser sind heute sehr gut abgedichtet und wenn die kontrollierte Lüftung fehlt, kann sich schnell Schimmel bilden.»

Ein Badezimmer zum Wohlfühlen
Für das Badezimmer haben wir auch schon ein Konzept erarbeitet. In der Dusche ist die Regenbrause Standard, die wir auch einbauen lassen. Zudem soll die Dusche möglichst offen sein und durch eine Glastrennwand vom restlichen Badezimmer abgetrennt werden. «Dusch-WCs werden heute auch viel mehr verbaut. Wer einmal eines gehabt hat, will sich nicht mehr davon trennen», so Thomas Vogt. Gewünscht wird oft auch eine freistehende Badewanne. Zum Teil ist dies aber aus Platzgründen nicht ausführbar. Zudem ist eine freistehende Wanne ein Kostenpunkt, den nicht alle berappen können. Die Waschbecken sind heute nicht mehr integriert, sondern werden auf den Möbeln aufgesetzt. Sämtliche Armaturen sind entweder im Aufputz (sichtbar) oder im Unterputz (versteckt) ausgeführt.

10. Mai 2019 / 16:20
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistkommentiert
22. Oktober 2019 / 05:00
Meistgelesen
12. November 2019 / 05:00
12. November 2019 / 05:00
22. Oktober 2019 / 05:00
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Fussball Testspiel FC Vaduz - FC Kriens
Zu gewinnen 3 x 2 Karten für den Match gegen FC Chiasso
02.10.2019
Facebook
Top