• tire repairer checking the tire integrity
    Beim Reifenwechsel der Winterpneus entscheidet die die Profiltiefe, ob sie einen weiteren Winter einsatzbereit sind.  (iStock)

Radwechsel – sicher im Winter unterwegs

Zwei Mal im Jahr steht der Radwechsel an – in der Regel einmal im Frühling und einmal im Herbst. Und das aus gutem Grund: Die Reifen müssen beim Autofahren extremen Belastungen standhalten und gleichzeitig die nötige Sicherheit gewährleisten. Aus diesem Grund sollten im Winter unbedingt Winterreifen und im Sommer Sommerreifen aufgezogen werden. Im Grunde kann das jeder zu Hause vornehmen. In einigen Fällen lohnt sich aber der Gang zum Profi. Zum einen in punkto Sicherheit, zum anderen wegen des Fahrkomforts.
Vaduz. 

Mit dem Herbst kommt auf alle Autobesitzer wieder der Zeitpunkt zu, die Bereifung des Wagens zu wechseln. Als Faustregel gilt: Die Sommerräder werden von Ostern bis Oktober gefahren, die Winterreifen von Oktober bis Ostern. Das hat seine guten Gründe. Sommer- und Winterreifen weisen einige Unterschiede in ihrer Beschaffenheit auf, die sie für die eine oder andere Jahreszeit ideal machen. So sind die Gummimischungen bei Sommerreifen härter, denn sonst können sie den hohen Temperaturen im Juni, Juli und August nicht standhalten, ohne beeinträchtigt zu werden. Für den Winter und tiefere Temperaturen sind sie jedoch nicht optimal. Sie sind zu hart und können keinen guten Grip gewährleisten. Winterreifen hingegen sind weicher und können ihre Fahreigenschaften auch dann ausspielen, wenn die Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt oder darunter liegen. Im Sommer hingegen sorgen die hohen Temperaturen dafür, dass der Abrieb der Winterreifen zu gross wird und sie besonders schnell abgenutzt werden. Reifenhersteller gehen daher davon aus, dass ab einer Temperatur von sieben Grad Celsius, Sommerreifen bessere Haftung bieten, bei Temperaturen darunter jedoch Winterpneus die richtige Wahl sind. 

Ausserdem unterscheiden sich die zwei Reifentypen durch die Profile. Bei Sommerreifen sind die Lamellen dazu bestimmt, allfälliges Wasser auf der Fahrbahn zu verdrängen. Aus diesem Grund sind sie so angelegt, dass sie das Wasser nach aussen ableiten können und so die Gefahr des Aquaplanings verringert wird. Winterpneus verfügen über unzählige kleine Lamellen, deren Aufgabe es ist, sich im Winter in Schnee und Eis zu verzahnen und so mehr Haftung zu gewährleisten. 

Sogenannte Ganzjahresreifen erscheinen zwar im ersten Moment als eine gute Zwischenlösung, vereinen sie doch Eigenschaften beider Typen. Das stimmt aber nur unter Vorbehalt. Zum einen ist es bisher nicht möglich, eine Reifenmischung herzustellen, die hart genug für hohe Temperaturen und gleichzeitig nicht zu hart für Minusgrade ist. Ausserdem ist auch die Lösung bei den Lamellen nur eine Zwischenlösung. Gerade weil die Temperaturen in Liechtenstein und der Region oft unter den Nullpunkt fallen und im Sommer gerne über 30 Grad steigen, sollte man von solchen Ganzjahrespneus absehen. 

Selbst in die Hand nehmen oder Hilfe beanspruchen
Beim Radwechsel gibt es zwei unterschiedliche Typen von Autobesitzern. Die einen krempeln die Ärmel hoch und machen sich selbst an die Arbeit, die anderen machen einen Termin bei der Garage des Vertrauens und lehnen sich im Stuhl zurück. Beide Möglichkeiten haben ihre Vorteile. Wer den Radwechsel selbst vornimmt, spart sich etwas Geld, muss sich um keinen Termin kümmern und in der Regel geht es auch relativ schnell. Auf der anderen Seite sind die Möglichkeiten in der eigenen Garage eingeschränkt. Das Auswuchten von Rädern ist nur mit speziellem Equipment möglich. Aber erst dadurch kann sichergestellt werden, dass die Räder völlig ruhig laufen und keine Vibrationen entstehen. Ausserdem werfen die Profis in der Werkstatt auch zwangsläufig einen Blick auf die Bremsen und Bremsscheiben und können eventuelle Beschädigungen oder Abnutzungen ausmachen, die ein Laie vielleicht nicht bemerkt.

Wie wird ein Rad richtig gewechselt?
Wer sich selbst an den Radwechsel macht, braucht eigentlich kein grosses Equipment. Ein Wagenheber, ein Radkreuzschlüssel, ein Drehmomentschlüssel und ein flacher Untergrund reichen in der Regel schon aus. Zuerst wird der Wagen mit dem Wagenheber leicht angehoben, sodass auf dem zu wechselnden Rad weniger Last liegt, es aber immer noch Bodenkontakt hat. Dann werden die Muttern leicht gelöst. Anschliessend wird das Rad ganz angehoben und die Muttern werden komplett gelöst und entfernt. Dann kann das neue Rad angebracht werden und die Muttern werden handfest angezogen – immer über Kreuz, sodass sich das Rad nicht verstellt. Sobald das Auto dann wieder auf dem Boden ist, werden die Muttern mit dem Drehmomentschlüssel festgezogen. Die Kraft, mit der die Muttern angezogen werden, hängt vom Wagentyp und den Reifen ab und sind im Serviceheft nachzulesen. In der Regel liegt die Kraft zwischen 100 und 125 Nm. 

Profis tauschen die Positionen von Saison zu Saison. Die Räder werden bei der Abnahme markiert und in der kommenden Saison werden die Räder zwischen vorne und hinten getauscht, sodass sie gleichmässig abgefahren werden. Niemals werden jedoch die Seiten getauscht, denn jeder Reifen hat eine markierte Laufrichtung und darf nur an einer Wagenseite montiert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Reifendruck. Dieser ist meistens auf einem Kleber in der Fahrertür oder dem Tankdeckel zu finden. Wer selbst den Radwechsel vornimmt, sollte vor und auch nach dem Wechsel den Druck überprüfen.

Schlechte Reifen können bestraft werden
Die falsche oder eine schlechte Bereifung kann dazu führen, dass der Fahrkomfort nicht ideal ist und – noch viel wichtiger – die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann. Ausserdem kann die Polizei bei einer Verkehrskontrolle Bussen verhängen, wenn die Bereifung mangelhaft ist. So ist eine Mindestprofiltiefe von 1.6 Millimetern gesetzlich vorgegeben. Pneus, die diesen Wert unterschreiten, gelten als mangelhaft und der Fahrer oder Halter kann bestraft werden. Fachpersonen gehen jedoch davon aus, dass sich bereits eine Profiltiefe unter vier Millimeter negativ auf die Fahrsicherheit auswirken kann. Deswegen sollte jeder die Reifen regelmässig austauschen. Aber nicht nur bei einer fehlenden Profiltiefe ist die Haftung nicht mehr optimal gegeben. Auch das Alter der Pneus kann die Fahrsicherheit beeinflussen, denn im Laufe der Zeit wird der Gummi spröder und ist nicht mehr so stabil. Ein Reifen, der älter als sechs Jahre ist, sollte im Regelfall nicht mehr verwendet werden. Aufschluss über das Alter gibt die DOT-Nummer auf dem Pneu, die ersten beiden Ziffern geben dabei die Kalenderwoche, die letzten beiden das Jahr der Herstellung an.

Die Strafen, die die Polizei für mangelhafte Reifen verhängen kann, sind in der Bussenliste aufgeführt und hängen vom Grad der Abnutzung ab. Sie liegen bei «teilweise abgefahrenen Reifen bei 80 Franken pro Reifen», «bei auf der ganzen Lauffläche abgefahrenen Reifen bei 150 Franken pro Reifen». (lat)

23. Okt 2018 / 06:06
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