• Kultautos
    Die Ente ist heute noch ein absolutes Liebhabermodell  (pd)

Kultautos zum Liebhaben

Während sich mittlerweile die Fahrzeuge anzugleichen scheinen, gab es früher durchaus Modelle, die durch ihre blecherne Persönlichkeit aus der Masse herausragten. Sie haben Geschichte geschrieben, sich in die Herzen der Autofahrer eingeschlichen und gelten noch heute als absolute Liebhabermodelle: Die schnuckeligen Kultautos wie Käfer, Trabi, Ente und Co.

Es war die grosse Zeit der Auto-industrie. Während das Autofahren in früheren Zeiten der elitären Gesellschaft vorbehalten war, entwickelte sich nach dem Zweiten Weltkrieg ein regelrechter automobiler Massenmarkt. In dieser Zeit entstand auch ein Grossteil der Liebhabermodelle, die heute noch als Sammlermodelle heiss begehrt sind.

Ein Käfer erobert den Globus
In den 50er-Jahren kam aus Wolfsburg der Volkswagen – ein Auto, das unter dem Namen «Käfer» die Welt eroberte. Das Auto wurde für viele zum Liebhaberobjekt. Unvergessen, die im Winter innen vereisten Scheiben, weil das Heizungsgebläse zu schwach war. In lebhafter Erinnerung auch die Campingreisen nach Italien oder Frankreich – vier Personen, zwei Zelte, der Käfer war huckevoll, aber er lief. Einige Jahre nach seinem «kleinen Bruder» brachte es auch der VW-Bus zum Kultauto. Dieser verkörperte mit dem Surfbrett auf dem Dach den kalifornischen Surf-Mythos.

Fiat 500, Mini und Manta
Doch nicht nur Volkswagen wusste mit seinem Automodell den Zeitgeist der Menschen zu treffen, auch andere Hersteller trumpften mit bunten Liebhabermodellen auf. So wurde beispielsweise der herzige Fiat 500 fast ebenso heiss geliebt wie der quadratische Mini.
Selbst wenn er nicht durch «Schnuckeligkeit» punktete, so war auch der Opel Manta als Youngtimer gern gesehen. Der Film «Manta, Manta» machte das Auto zum Kultmobil. Es galt der Leitsatz: Nur echt mit dem Fuchsschwanz. In der Realität war es Opels Antwort auf den Ford Capri, der den Wunsch nach einem sportlich-preiswerten Coupé seit Ende der 1960er-Jahre befriedigte und wie der Manta als beliebtes Tuningobjekt diente.

Der Kleine aus der DDR
Eine derartige Auswahl oder gar ein Tuning gab es in der DDR zwar nicht. Aber der Trabant, liebevoll Trabi genannt, war mindes-tens genauso Herzenssache wie der Käfer in Westdeutschland – zumal man nach der Bestellung bis zu zwölf Jahre darauf warten musste. Gerade deshalb war ein Trabant aber auch eine prima Geldanlage. Kaum ausgeliefert, konnte man – eben wegen der langen Wartezeiten – den Trabi gleich wieder mit ordentlichem Gewinn verkaufen.

Die Ente – französische Lebensart
Die französische Autoindustrie fuhr sich ebenfalls mit einem ungewöhnlichen Modell in die Herzen junger Leute: Der Citroën 2CV – liebevoll die «Ente» oder der «Döschwo» genannt – war Ausdruck einer besonderen Lebenseinstellung – eine Lebenseinstellung, die sich mit folgenden Worten beschreiben lässt: gesellschafts- und konsumkritisch, antibürgerlich, mit einem Faible für Baguette. In der Ente fuhr man zur Demo und auch an den französischen Atlantikstrand. Heute gehören Enten zu den meistgesuchten Liebhaberautos, die zu hohen Preisen gehandelt werden.

 

28. Okt 2014 / 10:22
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