• Carsharing ist das neue und altenative Konzept für den Automobilverkehr.  (pd)

Ein Auto für alle

Wieso sollte man sich ein Auto kaufen, wenn man auch so jederzeit mobil sein kann? Das fragen sich immer mehr Menschen, denen das Prestige-Objekt Auto nichts sagt. Die Lösung heisst Carsharing – eine kostengünstige Variante, die zu alledem auch noch hilft, die CO2-Emission zu reduzieren.

Längst nicht alle wollen sich an ein eigenes Auto binden. Dennoch ist man für längere Strecken, kurze Besorgungen, Notfälle oder Transporte doch immer wieder froh, wenn man auf eines zurückgreifen kann. Wie lässt sich das Dilemma bewältigen? Die Lösung heisst Carsharing – auf Deutsch «Autoteilen» oder «Gemeinschaftsauto».
Carsharing erlaubt – anders als die konventionellen Autovermietungen – ein kurzzeitiges Anmieten von Fahrzeugen. Das Plus dieses Modells liegt auf der Hand: Man trägt die Fixkosten nur anteilsmässig und spart so Geld. Ausserdem muss man sich nicht um Unterhalt, Versicherungen und andere Teilnehmer kümmern, sondern kann einfach ins fahrbereite Auto steigen und los gehts. Und ganz nebenbei hilft man mit, durch die Reduktion der CO2-Emissionen die Umwelt zu schonen.

Schweizer Konzept auf Überholspur
Als Mutterland des Carsharings gilt die Schweiz. Bereits 1948 wurde in Zürich mit der Schweizer Selbstfahrergenossenschaft (SEFAGE) die weltweit erste dokumentierte Carsharing-Organisation gegründet. 1975 tauchte der Begriff dann in einer Artikelüberschrift in der Londoner Times auf: «Car-sharing among plans to ease London traffic». Die Stadtverwaltung Greater London Council wandte sich mit der Idee, Methoden der gemeinsamen Automobilnutzung einzuführen, gegen den damaligen Automobilclub, der mehr und breitere Strassen gegen den Verkehrskollaps forderte. Das Experiment begann 1977 in Ipswich, war jedoch eher eine Mitfahrzentrale als ein Dienst, Autos von mehreren Fahrern nutzen zu lassen. Dennoch verbreitete sich die Erfolgsidee fortan immer rasanter.
Ein Meilenstein erfolgte 1991, als unter dem Namen «European Car Sharing» die führenden Carsharing-Anbieter aus Dänemark, Deutschland, Italien, Norwegen und der Schweiz beschlossen, eine Kooperation zu starten. Dadurch ermöglichten sie erstmals ihren Mitgliedern, im Rahmen des kombinierten Verkehrs, auch länderübergreifendes Carsharing nutzen zu können.
Auch heute erfreut sich das seit Jahrzehnten erfolgreiche Konzept noch immer wachsender Beliebtheit. Darauf verweist etwa das mittlerweile in der Schweiz auf 1380 Standorte angewachsene Netz des grössten Anbieters Mobility Carsharing, zu dem durchschnittlich 7000 Kunden pro Jahr hinzukommen. Sie haben die Möglichkeit, auch international unterwegs zu sein. In Österreich und Deutschland stehen über 2700 Fahrzeuge in 150 Städten bereit. Laut Schätzungen des Magazins «Beobachter» werden bis 2016 in Europa rund 5,5 Millionen Nutzer 77 000 Fahrzeuge nach dem Carsharing-Prinzip teilen.

Wie funktioniert Carsharing?
Die Fahrzeuge grosser Carsharing-Organisationen sind entweder auf fest angemieteten Parkplätzen über eine Stadt bzw. einen grösseren Ort verteilt oder parken frei im öffentlichen Parkraum, wobei sich die festen Mietstationen häufig an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen, Tramknoten, Endstationen von Buslinien usw. befinden. Nach Ablauf der gebuchten Zeit müssen die Fahrzeuge dann wieder an ihren Standort – oder beim flexiblen Carsharing, an einen beliebigen Parkplatz innerhalb des fest definierten Geschäftsbereichs – zurückgebracht werden. Auch neue Pilotprojekte für Konzepte mit Einwegfahrten und Fahrten ohne Vorbestellung oder Zeitlimite für nicht reservierungspflichtige Fahrzeuge sind bei mehreren Firmen zum Standardangebot geworden.
Carsharing funktioniert also nur bei
einem gut ausgebauten öffentlichen Verkehr und ist ein Mittel der «kombinierten Mobilität». Es kann und will den öffentlichen Verkehr nicht ersetzen, der als Zubringer zu den Parkplätzen dient. Für Pendler, die den ganzen Arbeitsweg nicht anders als mit dem Auto zurücklegen können, ist es in der Regel keine sinnvolle Alternative; dazu eignen sich eher Fahrgemeinschaften und Mitfahrgelegenheiten. Das Konzept ist mehr für unregelmässige Fahrten oder Transporte vorgesehen.
Mitglieder der Carsharing-Organisationen gehen meist eine langfristige, zum Teil kostenpflichtige Mitgliedschaft in der Organisation ein. Die Organisation und nicht die einzelnen Teilnehmer sind dabei Eigentümer der Autos und – im Unterschied zum nachbarschaftlichen Autoteilen – für die Wartung und Reparatur der Fahrzeuge verantwortlich. (ne)
 

03. Sep 2014 / 09:47
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