• Fussball FC Vaduz Philipp Muntwiler
    Der beim FC Vaduz spielende Fussballer Philipp Muntwiler zusammen mit seiner Freundin Tanja Weber.  (Eddy Risch)

«Ich bin nicht auf's Maul gefallen»

Als neunjähriger Junge ist Philipp Muntwiler beim Fussball gelandet. «Ich wollte nicht Fussball spielen, doch mein Vater war Juniorentrainer in Bazenheid und klagte über Personalnot. Ich ging deshalb als Aushilfe mit und hatte auf Anhieb Freude. Ich bin ins kalte Wasser gesprungen», erinnert sich der FCV-Mittelfeldmotor.
Vaduz. 

Aufgewachsen ist der «FCV-Sechser» in Rickenbach TG.  Sozusagen in einer fussballbegeisterten Familie. «Mein Vater Ernst war früher Torhüter. Dank ihm habe ich es so weit in den Profifussball geschafft. Die gesamte Familie als Unterstützung, die mich überall hin chauffiert hat, war notwendig», blickt Muntwiler gerne zurück.  Nach den Gehversuchen in Bazenheid  wechselte er nach knapp zwei Jahren bereits zum FC Wil 1900 in den Neunerfussball (C-Meister). Dort durchwanderte er die Juniorenabteilung (U14, U16 und U19).  «Da der Sprung vom U16- ins U19-Team gross war, wechselte ich zur U18 nach St. Gallen. Und die haben mich sofort übernommen», erzählt Muntwiler. In all den Jahren spielte Muntwiler immer im zentralen Mittelfeld. «Ich war nie Stürmer oder Verteidiger, gelegentlich mit einer etwas offensiveren oder defensiveren Rolle ausgestattet», so Muntwiler.

«Unter Bernegger passte es nicht»
Beim FC St. Gallen fasste er relativ früh Fuss im U21-Team. Schliesslich ist er zum FC Wil in die Challenge League ausgeliehen worden. Gefes­tigt kehrte er zu den Espen zurück, wo er während sechs Jahren Leader und Integrationsfigur war. Trainer Murat Yakin holte ihn schliesslich im Sommer 2012 nach Luzern, wo Giorgio Contini Assistenztrainer war. «Nach fünf Spielen ist Yakin entlassen worden. Es folgte Ryszard Komornicki, auch unter ihm spielte ich regelmässig. Doch als Carlos Bernegger kam, passte es nicht mehr. Er hatte ein persönliches Problem mit mir, vermittelte mir, dass ich unter ihm keine Rolle spielen werde. Mir war sofort klar, dass ich nicht auf der Tribüne versauere. Wir sind zwei unterschiedliche Typen, die nicht zusammenpassen. Zudem bin ich nicht aufs Maul gesessen», erinnert sich Muntwiler, wie der 
Abstecher nach Luzern gelaufen ist. 

Nach 15 Monaten kam es Ende August 2013 zum Wechsel nach Vaduz. «Da die Kooperation gleich in der ersten Saison gut geklappt hat, hat mich der FC Vaduz an sich gebunden», so Muntwiler, der heute, drei Jahre später, von einem gewissen Risiko spricht. «Ich bin ein gewisses Risiko eingegangen. Denn 
der Gang von Luzern zum FC Vaduz war ein Rückschritt. Wer weiss, was passiert wäre, wenn wir nicht aufgestiegen wären. Ich ging lieber zwei Schritte zurück, um einen Schritt vorwärtszukommen. Kopfzerbrechen muss ich mir deshalb nicht mehr machen», lächelt Muntwiler.  Ob er den Weg gleichermassen gehen würde? «Im Nachhinein ist man schlauer. Den Wechsel zu Luzern bereue ich nicht. Die Situation hat mich stärker gemacht; nur fussballerisch betrachtet war es ein Fehlentscheid», stellt Muntwiler klar. «Menschlich und um mich persönlich zu finden, war jener Karriereabschnitt ein Fortschritt.»

«Der Wille ist das Wichtigste»
Ein Patentrezept, um im Fussball erfolgreich zu sein, gibt es nicht. Trotzdem nennt Muntwiler einige Aspekte, die ihn stark gemacht haben. «Das Wichtigste ist, seinen eigenen Weg zu gehen und sich von nichts ablenken zu lassen. Der Wille ist das Wichtigste. Es gibt gute Fussballer, die nicht alles für den Fussball zurückstellen und nicht alles dafür tun. In der Super League gibt es bei den zehn Super-League-Vereinen 220 Jobs», spricht Muntwiler die Konkurrenz an. «Auch Talent und Glück sind notwendig. Wichtig ist der Trainer, der zu 
dir steht und dich unterstützt. Denn nicht alle sind so gut wie Messi oder Cristiano Ronaldo», erläutert Muntwiler, der auf dem Platz immer alles gibt und nie aufgibt: «Wenn’s einmal nicht wunschgemäss läuft, stecke ich den Kopf bestimmt nicht in den Sand.» (eh)

Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der aktuellen Ausgabe des Fussball-Magazins.

09. Aug 2016 / 11:13
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