• Martin Schmied
    Interview mit Martin Schmied, Tesla-Chef Schweiz, in Zürich.  (Daniel Schwendener)

Martin Schmied: Der Tesla-Chef Schweiz im Interview

Das Vaterlandmagazin «autofrühling» traf den Tesla-Chef Schweiz in Zürich zum Gespräch.

Herr Schmied, welches ist Ihr absoluter Auto-Favorit – und weshalb?
Martin Schmied: Es ist natürlich ein Tesla. Das ist effektiv so. Als ich im letzten Jahr im April zu Tesla gekommen bin, habe ich mir ein Model S gekauft und bin seither begeistert elektrisch unterwegs. Das Fahren ist etwas anderes, etwas ganz Spezielles. Wenn man einmal so ein Auto gefahren ist, will man nie wieder etwas anderes. Die Beschleunigung und auch das Fahrgefühl sind unglaublich und lassen sich mit nichts anderem auf dem Markt vergleichen. Man hat mit dem ersten Druck aufs Gas gleich die vollen 967 Nm Drehmoment.

Welche Ausstattung darf in Ihrem Auto auf keinen Fall fehlen?
Ich bin begeistert vom Autopilot im Tesla. Gerade wenn man ein Auto im Alltag fährt, merkt man schnell, wie hilfreich und unterstützend dieses System ist. Ein Pluspunkt unserer Autopiloten ist das sogenannte Fleet Learing. Je mehr Kilometer ein Fahrzeug zurücklegt, desto mehr Daten können gesammelt werden. Dabei ist natürlich zu beachten, dass der Autopilot ein Assistenzsystem ist, das zu jeder Zeit die Kontrolle und uneingeschränkte Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert. Beispielsweise ist es nicht gestattet, während der Fahrt mit dem Autopilot die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Das System bringt Entlastung für den Fahrer und sorgt für zusätzliche Sicherheit – gerade auf Langstreckenfahrten. 

Seit dem 1. April 2016 leiten Sie Tesla Schweiz. Sie haben sozusagen Lederjacke gegen Anzug getauscht. Was war ausschlaggebend für Sie, dass Sie von Harley Davidson zu Tesla gewechselt sind?
Also meine Lederjacke habe ich immer noch und auch meinen Töff gebe ich nicht her. Aber sie haben recht, es war in gewisser Hinsicht ein Wechsel. Auf der anderen Seite habe ich immer gerne für schöne Brands gearbeitet – Tesla war daher für mich sehr anziehend – und es gibt tatsächlich auch sehr viele Parallelen zu Harley. Ein anderer Grund war natürlich, dass ich seit zehn Jahren bei Harley war und wollte daher eine neue Herausforderung.  

Irgendwie ist Tesla beim Auto wie Apple beim Smartphone. Welches Zielpublikum spricht Tesla Motors bis dato an?
Das schöne an Tesla ist, dass es eine breite Masse an Menschen anspricht. Zum einen den technikaffinen Kunden, natürlich umweltbewusste Leute, Menschen, die Wert auf schöne Premiumprodukte legen, Familienmenschen – denn die Fahrzeuge bieten viel Platz –, aber auch Personen, die grossen Wert auf Sicherheit legen. Teslakunden lassen sich demnach nicht in eine Kategorie einordnen.

Tesla Motors steht nach wie vor für Luxus und ist im Hochpreissegment angesiedelt. Ende dieses Jahres startet in den USA nun die Auslieferung des Model 3, Teslas erstem Fahrzeug für die breite Masse. Welchen Erfolg versprechen Sie sich vom Model 3?
Das Ziel von Tesla war es von Beginn an, Elektromobilität für eine breite Bevölkerung zugänglich zu machen. Mit dem Model 3 gehen wir nun genau diesen Schritt, nachdem wir vor knapp zehn Jahren top-down in den Markt eingestiegen sind. Es ging also nie darum, nur Premiumautos herzustellen, die für einige Wenige verfügbar sind. Tesla will die Masse erreichen, denn unsere Mission ist es, den Wandel der Welt hin zu nachhaltigem Transport und nachhaltiger Energie zu beschleunigen. Sustainability, also Nachhaltigkeit, ist dabei das entscheidende Stichwort. Das die Leute Tesla und den Wandel zu nachhaltigem Transport und Energie annehmen, sehen wir an den bereits über 373 000 Vorbestellungen für Model 3 weltweit.

Zeitungsberichten zufolge wurden im Jahr 2015 in der Schweiz 1556 Teslas (Model S) ausgeliefert. Sind diese Zahlen zufriedenstellend?
Mit diesen Verkaufszahlen sind wir wirklich sehr zufrieden. Wir haben damit klar die Oberklasse beherrscht und beispielsweise mehr Autos ausgeliefert als Mercedes mit der S-Klasse, Audi mit dem A8, BMW mit der 7er-Serie sowie Porsche mit dem Panamera zusammen. Zudem entspricht diese Zahl in etwa den Zulassungszahlen eines 5er BMW oder eines Audi A6, womit das Model S de facto sogar schon mit der oberen Mittelklasse konkurrieren kann. Im Jahr 2016 konnten wir uns noch einmal steigern und sind daher mit der Entwicklung sehr zufrieden. (lat)

Lesen Sie mehr dazu in der aktuellen Ausgabe des Vaterlandmagazins «autofrühling».

20. Mär 2017 / 14:39
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